Mittwoch, 25. November 2009

Besuch aus Tyskland

Letzten Sonntag wurden wir von meiner Mama aus Tyskland besucht.
So hatte ich jemanden mit dem ich nach Herzenslust in der Stadt bummeln und einkaufen konnte und Timo hatte sturmfreie Bude.
Zur Begrüßung gabs dann erstmal lecker Bratapfelessen, danach sind Mama und ich in die Stadt und haben uns im Regen schonmal ein bisschen umgeguckt wo wir am nächsten Tag alles hinwollen. Völlig nassgeregnet haben wir dann das Vapiano in der Gamla Stan gesucht und nach einem kleinen Umweg auch gefunden. Dort ist dann auch Timo noch zu uns gestoßen, denn leckeres Essen lässt er sich dann ja doch nicht entgehen. Zum Abschluss gab es einen Tee mit einem undefinierbaren vertrockneten Klumpen, der mit Wasser übergossen wurde für 4 Euro. Aber das Essen war lecker und Mama hat sich gut angestellt beim Bestellen auf englisch.
Am nächsten morgen gings dann nach einem leckeren Rühreifrühstück zeitig los in die Innenstadt, denn wir hatten viel vor was wir heute schaffen wollten.
Ein paar Schnick-und-Schnack-Läden, ein Bastelladen, die verzweifelte Suche nach einem Wollgeschäft (letztendlich kurz vor Ende des Tages in der Gamla Stan dann auch noch gefunden), ein Klamottenladen (um mir neue Strickstrümpfe mit Bommel, diesmal in schwarz zu kaufen) und die zwei Markthallen in denen wir was gegessen haben. Es gab das typische schwedische smörgås (auf dänisch smörrebröd, wohl der bekanntere Ausdruck), also ein liebevoll belegtes Butterbrot, in unserem Fall so eins mit einem Haufen Garnelen drauf, wie man sie in Schweden ja überall sieht. Soooooo lecker! Aber frag nicht nach dem Preis. Der Genuss hat uns, besser gesagt Mama, läppische 110 SEK (11 Euro) gekostet. Danach haben wir dann noch jede Menge Kuchen, Mini-Törtchen eingekauft, alles in kleinen Kartons mit Schleifchen drum verpackt. Zu Hause angekommen haben wir dann großes Kuchen/Tortenessen gemacht und Glögg dazu getrunken. Und schwuppdiwupp war der Tag auch schon zu Ende. Und es war soo anstrengend das ganze rumgelaufe, ich bin noch immer ganz erschöpft davon.
Am Dienstagmorgen gings dann für Mama auch schon wieder nach Hause.
Anstrengende aber auch sehr schöne 3 Tage!

Donnerstag, 19. November 2009

Mein erster selbstgestrickter Schal.

Hurra mein erstes Strickstück ist fertig. Es ist doch viel einfacher als gedacht. Zwar ist mein neuer Schal nicht zu gebrauchen, weil er viel zu kurz geworden ist (4 Knäul Wolle reichten irgendwie nicht aus) und auch sehr steif und hart anstatt weich und biegsam. Naja ich wollte ja nicht auf die Angabe am Wollknäul hören und hab anstatt 8er Nadeln nur 5er genommen, denn die hatte ich halt grad da. Nächstesmal halte ich mich aber dann doch besser an die Vorgaben und geh passende Nadeln einkaufen wenn ich gerade keine da hab. Der Anfang ist auch nicht der Hit, denn da wusste ich noch nicht, dass sich das wellt wenn ich nur ganz "normal" stricke. Aber immerhin ist alles recht gleichmäßig und ohne größere Fehler gestrickt. Und ich bin mit der Zeit schon immer schneller geworden.
Und ich bin stricksüchtig geworden, ich würd grad so gern weiterstricken....aber meine Wolle ist aus und ich hab wenig Lust jetzt die ganze Stadt abzugrasen um zu gucken wo ich neue bekomme. Wolle ist sowieso ganz schön teuer, verflixt!
Ich glaub mein nächstes Strickstück werden Stulpen für die Beine. Stricke ich die besser mit 5 Nadeln (das klingt furchtbar kompliziert) oder mit einer Rundnadel?

Montag, 16. November 2009

International Dinner

Gestern hat sich der ganze Korridor zu einem "international Dinner" getroffen. Jeder hat was gekocht und alle konnten so von allen mal was probieren. Obwohl es soo international dann am Ende doch gar nicht war, weil der Schwede und der Spanier nichts gekocht haben und somit nur noch die etlichen Chinesen, der Franzose und wir aus Tyskland was gekocht haben. Aber es war sehr sehr lecker, auch wenn ich mir nicht alles merken konnte was ich letzendlich gegessen hab.
Wir haben Amerikaner gebacken, Bratäpfel in den Ofen geschoben und echten deutschen Kartoffelsalat gemacht. Es war ein ganz lustiger Abend, auch wenn ich danach völlig platt war vom ganzen Englisch hören und sprechen. Das ist echt anstrengend, vor allem weil ja jeder noch seinen ganz eigenen Akzent mit ins englische bringt.
Sehr spannend ist ja, dass die Chinesen doch tatsächlich alles und damit meine ich wirklich alles, mit Stäbchen essen. Das fängt bei normalen Gerichten an, geht über kleine Kuchen wie unsere gebackenen Amerikaner (nix mit Hand essen) und hört bei Suppe auf. Ja wie isst man Suppe mit Stäbchen fragst du dich jetzt? Ganz einfach, man fischt alles raus was mit den Stäbchen rauszufischen ist und schlürft den Rest einfach aus, als wäre es ein Getränk.
Und wir haben nun auch herausgefunden, dass die Schweden hier teilweise deutsch in der Schule lernen, so als zweite Fremdsprache wie in Deutschland Spanisch oder Französich. Und siehe da, der Schwede aus unserem Korridor ist auch einer derjenigen der ein wenig deutsch kann. Auch eine der Chinesinnen kann etwas deutsch. Wir dürfen uns also nicht mehr ungehört fühlen wenn wir in der Küche stehen und deutsch sprechen. Wer weiss wer dann doch was versteht.
In der Diashow siehst du nun auch endlich mal mit wem wir hier so alles auf einem Korridor wohnen. Frag aber nicht nach den Namen, die Chinesen heißen zumindest für Timo und mich hier alle Ying und Yang, denn merken können wir uns deren komplizierte Namen leider nicht. Obwohl wir letztens herausgefunden haben, dass tatsächlich einer der Chinesen Yang heißt!
Jedenfalls sind sie alle sehr nett und können gut kochen. Die Story mit dem Hackfleisch welches 5 Tage roh und unverpackt im Kühlschrank lag und dann noch roh verzehrt wurde, obwohl es schon braun war lasse ich jetzt mal lieber außen vor. Mit der Hygiene haben sie es wahrlich nicht so. Dafür besitzen sie alle mörderische Hackbeile und Messer und wissen wie man kocht.

Mittwoch, 11. November 2009

Missverständnisse beim Handy aufladen...

Eine neue Aufladekarte fürs Handy zu kaufen ist ja wohl auch auf englisch nicht schwer zu meistern. Ich also zuversichtlich zur Tankstelle gestiefelt, dass die da sowas haben könnten. Der Dame hinterm Tresen also auf englisch erklärt, dass ich neues Guthaben für mein "Handy" brauche. Hab gar nicht drüber nachgedacht, dass es ja mobile phone heißt und nicht Handy, schließlich klingt Handy ja total englisch. Sie guckt mich etwas merkwürdig an und verneint meine Frage. Als ich sie daraufhin frage, ob sie denn wüsste wo ich sowas bekommen könnte antwortet sie: "Ja einen Kredit kannst du nur bei einer Bank aufnehmen". Als das Missverständnis geklärt war mussten wir beide erstmal schmunzeln. Meine Aufladekarte habe ich dann doch noch bekommen.

Und heute hat es zwar nur ganz kurz, aber dafür richtig große Riesenflocken geschneit. Wie immer ist natürlich noch nichts liegen geblieben. Hier die Beweisfotos. Zwar nicht wirklich gute Qualität, aber man sieht zumindest ansatzweise Schneeflocken! Und wenn du auf das erste Bild raufklickst wird es größer und man sieht es besser. Beide Fotos sind übrigens direkt aus unserem Fenster fotografiert. Ja wir wohnen direkt am Wald!


Dienstag, 10. November 2009

Ich fange an zu stricken!

So, da will ich mich mal meinem uralten Freund anpassen und mich Dingen widmen die man so macht wenn man in die Jahre kommt. Ich fange an Stricken zu lernen! Das passt dann auch ganz gut zu unseren sonntäglichen Tatortabenden. Ja wir werden eben auch nicht jünger, da macht man dann solche Sachen anstatt wilde Partys zu feiern. *grins*
Außerdem wird Stricken zur Zeit auch gerade wieder modern. Und da ich eh gerade so auf Stricksachen stehe ist es quasi ein MUSS, dass ich das nun selbst lerne.
Nach einigen nervenaufreibenden Versuchen und viel Ungeduld hab ich den Dreh nun raus und habe endlich verstanden was Luft-, rechte- und linke Maschen sind. Und ich hab mühselig meine ersten Reihen hinbekommen zu stricken. Das Resultat kann sich sogar sehen lassen, es ist alles viel gleichmäßiger geworden als meine Häkelversuche. Nur die erste Anfangs-Luftmaschenreihe ist etwas schief. Aber ich bin nun zuversichtlich. Fein das Gefühl nun was neues zu können, was sich vorher noch als unschaffbar dargestellt hat, auch wenn da wahrscheinlich noch viele viele mühselige Stunden folgen werden bis ich fließend und einigermaßen schnell, ohne mir die Finger zu zerbrechen stricken kann. Socken dürft ihr mir weiterhin alle fleißig stricken, denn bis ich so weit bin vergehen bestimmt noch Jahre! Aber ich bin schon fleißig am Bommel basteln und hab auch schon meine ersten Stulpen und Kniestrümpfe mit solchen bestückt. Hurra!

Montag, 9. November 2009

Schwedischer Glögg und ModernaMuseet

Allmählich wird es kälter und auch kahler hier....der Winter steht kurz vor der Tür! Grund genug für uns schon den ersten schwedischen Glögg zu trinken. Glögg ist im Grunde nichts anderes als Glühwein, nur dass hier zusätzlich noch Wodka oder Korn mit drin ist.
Die ersten Karten für meine diesjährige Weihnachtspost habe ich auch schon gekauft. Hier gibt es sooo schöne mit Wichteln und Trollen - ich habe tonnenweise davon gekauft. Naja ist halt verlockend: Postkarten für 1 Krone (10 Cent) zu bekommen. Dafür zahlt man dann für´s Porto Wucherpreise von umgerechnet 1,20 Euro.
Und wo ich eingemummelt in Schal, Bommelstrümpfe, Mütze und Handschuhe durch die Gegend stiefel, läuft unser Postbote hier immer noch mit kurzer Hose herum. *brr* Naja wenigstens ist es nun wieder schön trocken-kalt und nicht so nass-kalt wie in den letzten Tagen (da hab ich mich schon fast wie in Tyskland gefühlt).
Vorgestern haben wir uns übrigens mal wieder etwas kulturell gebildet und haben uns das ModernaMuseet angeschaut. Das Museum liegt auf der kleinen Miniinsel Skeppsholmen und ist zu erreichen über eine Brücke auf der die legendäre Krone zu bewundern ist, die auf diversen Stockholmer Ansichtskarten abgebildet ist. Lass dich von dem Bild nicht täuschen, so grün ist es hier zu dieser Jahreszeit längst nicht mehr.

Im Museum war gerade eine Dalí-Ausstellung, welche für einen wahnsinnig großen Ansturm gesorgt hat. Es war brechend voll, die Leute standen in großen Haufen vor den einzelnen Bildern. Aber glücklicherweise war das nur in den 2 Ausstellungsräumen so. Der Rest des Museums war um einiges leerer. Allerdings haben wir erst als wir zu Hause waren bemerkt, dass es auch im Untergeschoss noch Sachen anzugucken gab. Einer unserer Korridormitbewohner fragte nämlich nach, ob wir die Lichtinstallationen unten gesehen hatten......öhm aha da wäre also noch was gewesen.
Oh und zu guter Letzt noch nachträglich die besten Glückwünsche zum Geburtstag an meinen Opa! Die Geburtstagskarte ist unterwegs! Auf das obligatorische Tortenbild verzichte ich diesmal, denn allmählich gabs hier wirklich genug Geburtstagstortenbilder. ;-)

Freitag, 6. November 2009

Ein Glas Wein, ein gutes Essen und gute Unterhaltung.

Es gibt doch kaum etwas schöneres als abends irgendwo in gemütlicher Atmosphäre zu sitzen, ein Glas Rotwein zu trinken und ein leckeres Essen vor sich zu haben. Dabei den Tag ausklingen lassen und sich gut unterhalten. Da kommen manchmal Themen bei rum, das denkt man vorher nicht.
Wir sitzen an einem großen Tisch, in der Mitte des Tisches wächst ein Baum und man findet Basilikum, Rosmarin, welches man sich selbst abzupfen kann, um das Essen noch zu verfeinern. Noch etwas Essig und Öl drüber geträufelt und es schmeckt mediterran und gut. Um uns herum ist viel los, wir teilen uns den Tisch mit anderen Leuten, aber dennoch hat man seine Ruhe. Es ist so die perfekte Lautstärke...es ist nicht zu laut, aber laut genug, dass die Nachbarn einen nicht verstehen. Das Konzept lautet hier: Essen bei Freunden. Ich fühle mich etwas als wäre ich inmitten einer Kochsendung von James Olliver. Obwohl nein, hier ist es zusätzlich gemütlich, das Licht wirft schöne Schatten und ist nicht zu aufdringlich, aber auch nicht zu dunkel.
Und wie wir den Abend so genießen und uns umschauen welche Zielgruppe hier eigentlich herkommt bzw. für welche es gedacht ist fangen wir an zu philosophieren. Eigentlich ist das Konzept hier eher offen für vieles, es gibt gesundes Essen, frisch zubereitet vor deinen Augen. Es ist ein Hauch mediterran und auch alternativ. Dennoch sind hier eher die Schickimickis von heute anzutreffen. Aber vielleicht ist es auch gerade für diese gedacht. Wir fühlen uns trotzdem wohl. Was ist überhaupt ein Schickimicki und wer bist du? Hier um uns herum gibt es ein paar Alternative, ein paar Alternativ-Schickimickis (so jemand wohnt zum Beispiel in Bremen Schwachhausen, obwohl dort auch normal Alternative wohnen) und dann sitzen hier aber auch die Billig-Schickimickis, die die Schickimicki sein wollen, aber nicht das nötige Geld dazu oder einfach keinen Geschmack haben. Diese Gruppe hüllt sich ein in Polyester-Kleidung, trägt goldene Gürtel und gefälschte Markenkleidung aus der Türkei. Dann gibt es da noch die Spießer-Schickimickis, meistens BWL-Studierte, mit Steppjacke und Hemd unterm Pullover. Und nicht zu vergessen die Sportlich-Schickimickis. Wir befinden uns in der Gruppe "Alternativ". Nun kann ich einige Leute einer der Gruppen zuordnen, doch gibt es immer noch welche die in keine Gruppe so richtig reinpassen wollen. Die Normalen? Doch was ist schon normal? Nein, die Bezeichnung passt nicht wirklich. Nennen wir sie hier an dieser Stelle mal die "Kleinbürgerlichen".
Warum ich das hier nun alles erzähle? Weiss ich auch nicht, das Thema hat uns nach diesem Abend noch ein wenig länger beschäftigt und wir hatten viel Spaß damit. Und in welche Gruppe würdest du dich einordnen? Und bist du auch tatsächlich in der Gruppe wo du sein möchtest?

Mittwoch, 4. November 2009

Hurra, es schneit!


Heute haben wir die ersten Schneeflocken gesichtet. Ein paar klitzekleine weiße Flöckchen haben sich auf unseren Winterjacken niedergelassen. Es war zwar nicht viel und dauerte auch nicht lang an, aber immerhin, wir haben die ersten Anzeichen von Schnee gesichtet!
Und für die Heimat in Deutschland besteht dieses Jahr ja vielleicht auch mal Hoffnung auf weiße Weihnacht. Zumindest die Chinesen bekommen sowas auf Knopfdruck hin - wär doch gelacht wenn sowas bei uns nicht auch funktioniert.
Edit sagt: Und die ersten Weihnachtskekse gabs nun auch dazu! Hmjam lecker!