Freitag, 4. Dezember 2009

Das war unser Schwedenblog!

Soo ihr lieben Blogleser,
heute endet unser Schwedenblog erstmal. Vielleicht gibt es eine kleine Fortsetzung wenn wir Anfang Januar wieder zurückfahren und unsere Sachen abholen....mit Emma dem neuen Auto, welches ich vorgestern abholen konnte.
Manch einer hat hier regelmäßig alles verfolgt und hat gespannt auf die nächsten Einträge gewartet, manch anderer hat hier ab und an mal reingeschaut oder auch sehr selten. Wie auch immer, ich war doch manches Mal erstaunt wer denn hier so alles stiller Mitleser ist. Ich hoffe ihr hattet ein bisschen Spaß beim mitverfolgen was wir gerade so machen.
Unsere geplante Reise nach Kiruna haben wir auf das nächste Jahr verschoben, denn so schnell wird Schweden uns nicht los und wir werden sicher noch den einen oder anderen Urlaub dort verbringen!
Schweden hat uns jedenfalls sehr sehr gut gefallen und ich kann nur jedem dazu raten, sollte sich die Möglichkeit für ein Auslandssemester oder einfach mal einen langen 3-4 monatigen unbezahlten Urlaub ergeben: Macht es!
Nun wünsche ich euch allen noch eine schöne Weihnachtszeit, backt ordentlich Kekse, schlendert über den Weihnachtsmarkt und lasst es euch gut gehen.

Tschüß! Und bis im Januar vielleicht!

Zu guter Letzt hier noch eine kleiner Bericht aus den Medien.

Mittwoch, 25. November 2009

Besuch aus Tyskland

Letzten Sonntag wurden wir von meiner Mama aus Tyskland besucht.
So hatte ich jemanden mit dem ich nach Herzenslust in der Stadt bummeln und einkaufen konnte und Timo hatte sturmfreie Bude.
Zur Begrüßung gabs dann erstmal lecker Bratapfelessen, danach sind Mama und ich in die Stadt und haben uns im Regen schonmal ein bisschen umgeguckt wo wir am nächsten Tag alles hinwollen. Völlig nassgeregnet haben wir dann das Vapiano in der Gamla Stan gesucht und nach einem kleinen Umweg auch gefunden. Dort ist dann auch Timo noch zu uns gestoßen, denn leckeres Essen lässt er sich dann ja doch nicht entgehen. Zum Abschluss gab es einen Tee mit einem undefinierbaren vertrockneten Klumpen, der mit Wasser übergossen wurde für 4 Euro. Aber das Essen war lecker und Mama hat sich gut angestellt beim Bestellen auf englisch.
Am nächsten morgen gings dann nach einem leckeren Rühreifrühstück zeitig los in die Innenstadt, denn wir hatten viel vor was wir heute schaffen wollten.
Ein paar Schnick-und-Schnack-Läden, ein Bastelladen, die verzweifelte Suche nach einem Wollgeschäft (letztendlich kurz vor Ende des Tages in der Gamla Stan dann auch noch gefunden), ein Klamottenladen (um mir neue Strickstrümpfe mit Bommel, diesmal in schwarz zu kaufen) und die zwei Markthallen in denen wir was gegessen haben. Es gab das typische schwedische smörgås (auf dänisch smörrebröd, wohl der bekanntere Ausdruck), also ein liebevoll belegtes Butterbrot, in unserem Fall so eins mit einem Haufen Garnelen drauf, wie man sie in Schweden ja überall sieht. Soooooo lecker! Aber frag nicht nach dem Preis. Der Genuss hat uns, besser gesagt Mama, läppische 110 SEK (11 Euro) gekostet. Danach haben wir dann noch jede Menge Kuchen, Mini-Törtchen eingekauft, alles in kleinen Kartons mit Schleifchen drum verpackt. Zu Hause angekommen haben wir dann großes Kuchen/Tortenessen gemacht und Glögg dazu getrunken. Und schwuppdiwupp war der Tag auch schon zu Ende. Und es war soo anstrengend das ganze rumgelaufe, ich bin noch immer ganz erschöpft davon.
Am Dienstagmorgen gings dann für Mama auch schon wieder nach Hause.
Anstrengende aber auch sehr schöne 3 Tage!

Donnerstag, 19. November 2009

Mein erster selbstgestrickter Schal.

Hurra mein erstes Strickstück ist fertig. Es ist doch viel einfacher als gedacht. Zwar ist mein neuer Schal nicht zu gebrauchen, weil er viel zu kurz geworden ist (4 Knäul Wolle reichten irgendwie nicht aus) und auch sehr steif und hart anstatt weich und biegsam. Naja ich wollte ja nicht auf die Angabe am Wollknäul hören und hab anstatt 8er Nadeln nur 5er genommen, denn die hatte ich halt grad da. Nächstesmal halte ich mich aber dann doch besser an die Vorgaben und geh passende Nadeln einkaufen wenn ich gerade keine da hab. Der Anfang ist auch nicht der Hit, denn da wusste ich noch nicht, dass sich das wellt wenn ich nur ganz "normal" stricke. Aber immerhin ist alles recht gleichmäßig und ohne größere Fehler gestrickt. Und ich bin mit der Zeit schon immer schneller geworden.
Und ich bin stricksüchtig geworden, ich würd grad so gern weiterstricken....aber meine Wolle ist aus und ich hab wenig Lust jetzt die ganze Stadt abzugrasen um zu gucken wo ich neue bekomme. Wolle ist sowieso ganz schön teuer, verflixt!
Ich glaub mein nächstes Strickstück werden Stulpen für die Beine. Stricke ich die besser mit 5 Nadeln (das klingt furchtbar kompliziert) oder mit einer Rundnadel?

Montag, 16. November 2009

International Dinner

Gestern hat sich der ganze Korridor zu einem "international Dinner" getroffen. Jeder hat was gekocht und alle konnten so von allen mal was probieren. Obwohl es soo international dann am Ende doch gar nicht war, weil der Schwede und der Spanier nichts gekocht haben und somit nur noch die etlichen Chinesen, der Franzose und wir aus Tyskland was gekocht haben. Aber es war sehr sehr lecker, auch wenn ich mir nicht alles merken konnte was ich letzendlich gegessen hab.
Wir haben Amerikaner gebacken, Bratäpfel in den Ofen geschoben und echten deutschen Kartoffelsalat gemacht. Es war ein ganz lustiger Abend, auch wenn ich danach völlig platt war vom ganzen Englisch hören und sprechen. Das ist echt anstrengend, vor allem weil ja jeder noch seinen ganz eigenen Akzent mit ins englische bringt.
Sehr spannend ist ja, dass die Chinesen doch tatsächlich alles und damit meine ich wirklich alles, mit Stäbchen essen. Das fängt bei normalen Gerichten an, geht über kleine Kuchen wie unsere gebackenen Amerikaner (nix mit Hand essen) und hört bei Suppe auf. Ja wie isst man Suppe mit Stäbchen fragst du dich jetzt? Ganz einfach, man fischt alles raus was mit den Stäbchen rauszufischen ist und schlürft den Rest einfach aus, als wäre es ein Getränk.
Und wir haben nun auch herausgefunden, dass die Schweden hier teilweise deutsch in der Schule lernen, so als zweite Fremdsprache wie in Deutschland Spanisch oder Französich. Und siehe da, der Schwede aus unserem Korridor ist auch einer derjenigen der ein wenig deutsch kann. Auch eine der Chinesinnen kann etwas deutsch. Wir dürfen uns also nicht mehr ungehört fühlen wenn wir in der Küche stehen und deutsch sprechen. Wer weiss wer dann doch was versteht.
In der Diashow siehst du nun auch endlich mal mit wem wir hier so alles auf einem Korridor wohnen. Frag aber nicht nach den Namen, die Chinesen heißen zumindest für Timo und mich hier alle Ying und Yang, denn merken können wir uns deren komplizierte Namen leider nicht. Obwohl wir letztens herausgefunden haben, dass tatsächlich einer der Chinesen Yang heißt!
Jedenfalls sind sie alle sehr nett und können gut kochen. Die Story mit dem Hackfleisch welches 5 Tage roh und unverpackt im Kühlschrank lag und dann noch roh verzehrt wurde, obwohl es schon braun war lasse ich jetzt mal lieber außen vor. Mit der Hygiene haben sie es wahrlich nicht so. Dafür besitzen sie alle mörderische Hackbeile und Messer und wissen wie man kocht.

Mittwoch, 11. November 2009

Missverständnisse beim Handy aufladen...

Eine neue Aufladekarte fürs Handy zu kaufen ist ja wohl auch auf englisch nicht schwer zu meistern. Ich also zuversichtlich zur Tankstelle gestiefelt, dass die da sowas haben könnten. Der Dame hinterm Tresen also auf englisch erklärt, dass ich neues Guthaben für mein "Handy" brauche. Hab gar nicht drüber nachgedacht, dass es ja mobile phone heißt und nicht Handy, schließlich klingt Handy ja total englisch. Sie guckt mich etwas merkwürdig an und verneint meine Frage. Als ich sie daraufhin frage, ob sie denn wüsste wo ich sowas bekommen könnte antwortet sie: "Ja einen Kredit kannst du nur bei einer Bank aufnehmen". Als das Missverständnis geklärt war mussten wir beide erstmal schmunzeln. Meine Aufladekarte habe ich dann doch noch bekommen.

Und heute hat es zwar nur ganz kurz, aber dafür richtig große Riesenflocken geschneit. Wie immer ist natürlich noch nichts liegen geblieben. Hier die Beweisfotos. Zwar nicht wirklich gute Qualität, aber man sieht zumindest ansatzweise Schneeflocken! Und wenn du auf das erste Bild raufklickst wird es größer und man sieht es besser. Beide Fotos sind übrigens direkt aus unserem Fenster fotografiert. Ja wir wohnen direkt am Wald!


Dienstag, 10. November 2009

Ich fange an zu stricken!

So, da will ich mich mal meinem uralten Freund anpassen und mich Dingen widmen die man so macht wenn man in die Jahre kommt. Ich fange an Stricken zu lernen! Das passt dann auch ganz gut zu unseren sonntäglichen Tatortabenden. Ja wir werden eben auch nicht jünger, da macht man dann solche Sachen anstatt wilde Partys zu feiern. *grins*
Außerdem wird Stricken zur Zeit auch gerade wieder modern. Und da ich eh gerade so auf Stricksachen stehe ist es quasi ein MUSS, dass ich das nun selbst lerne.
Nach einigen nervenaufreibenden Versuchen und viel Ungeduld hab ich den Dreh nun raus und habe endlich verstanden was Luft-, rechte- und linke Maschen sind. Und ich hab mühselig meine ersten Reihen hinbekommen zu stricken. Das Resultat kann sich sogar sehen lassen, es ist alles viel gleichmäßiger geworden als meine Häkelversuche. Nur die erste Anfangs-Luftmaschenreihe ist etwas schief. Aber ich bin nun zuversichtlich. Fein das Gefühl nun was neues zu können, was sich vorher noch als unschaffbar dargestellt hat, auch wenn da wahrscheinlich noch viele viele mühselige Stunden folgen werden bis ich fließend und einigermaßen schnell, ohne mir die Finger zu zerbrechen stricken kann. Socken dürft ihr mir weiterhin alle fleißig stricken, denn bis ich so weit bin vergehen bestimmt noch Jahre! Aber ich bin schon fleißig am Bommel basteln und hab auch schon meine ersten Stulpen und Kniestrümpfe mit solchen bestückt. Hurra!

Montag, 9. November 2009

Schwedischer Glögg und ModernaMuseet

Allmählich wird es kälter und auch kahler hier....der Winter steht kurz vor der Tür! Grund genug für uns schon den ersten schwedischen Glögg zu trinken. Glögg ist im Grunde nichts anderes als Glühwein, nur dass hier zusätzlich noch Wodka oder Korn mit drin ist.
Die ersten Karten für meine diesjährige Weihnachtspost habe ich auch schon gekauft. Hier gibt es sooo schöne mit Wichteln und Trollen - ich habe tonnenweise davon gekauft. Naja ist halt verlockend: Postkarten für 1 Krone (10 Cent) zu bekommen. Dafür zahlt man dann für´s Porto Wucherpreise von umgerechnet 1,20 Euro.
Und wo ich eingemummelt in Schal, Bommelstrümpfe, Mütze und Handschuhe durch die Gegend stiefel, läuft unser Postbote hier immer noch mit kurzer Hose herum. *brr* Naja wenigstens ist es nun wieder schön trocken-kalt und nicht so nass-kalt wie in den letzten Tagen (da hab ich mich schon fast wie in Tyskland gefühlt).
Vorgestern haben wir uns übrigens mal wieder etwas kulturell gebildet und haben uns das ModernaMuseet angeschaut. Das Museum liegt auf der kleinen Miniinsel Skeppsholmen und ist zu erreichen über eine Brücke auf der die legendäre Krone zu bewundern ist, die auf diversen Stockholmer Ansichtskarten abgebildet ist. Lass dich von dem Bild nicht täuschen, so grün ist es hier zu dieser Jahreszeit längst nicht mehr.

Im Museum war gerade eine Dalí-Ausstellung, welche für einen wahnsinnig großen Ansturm gesorgt hat. Es war brechend voll, die Leute standen in großen Haufen vor den einzelnen Bildern. Aber glücklicherweise war das nur in den 2 Ausstellungsräumen so. Der Rest des Museums war um einiges leerer. Allerdings haben wir erst als wir zu Hause waren bemerkt, dass es auch im Untergeschoss noch Sachen anzugucken gab. Einer unserer Korridormitbewohner fragte nämlich nach, ob wir die Lichtinstallationen unten gesehen hatten......öhm aha da wäre also noch was gewesen.
Oh und zu guter Letzt noch nachträglich die besten Glückwünsche zum Geburtstag an meinen Opa! Die Geburtstagskarte ist unterwegs! Auf das obligatorische Tortenbild verzichte ich diesmal, denn allmählich gabs hier wirklich genug Geburtstagstortenbilder. ;-)

Freitag, 6. November 2009

Ein Glas Wein, ein gutes Essen und gute Unterhaltung.

Es gibt doch kaum etwas schöneres als abends irgendwo in gemütlicher Atmosphäre zu sitzen, ein Glas Rotwein zu trinken und ein leckeres Essen vor sich zu haben. Dabei den Tag ausklingen lassen und sich gut unterhalten. Da kommen manchmal Themen bei rum, das denkt man vorher nicht.
Wir sitzen an einem großen Tisch, in der Mitte des Tisches wächst ein Baum und man findet Basilikum, Rosmarin, welches man sich selbst abzupfen kann, um das Essen noch zu verfeinern. Noch etwas Essig und Öl drüber geträufelt und es schmeckt mediterran und gut. Um uns herum ist viel los, wir teilen uns den Tisch mit anderen Leuten, aber dennoch hat man seine Ruhe. Es ist so die perfekte Lautstärke...es ist nicht zu laut, aber laut genug, dass die Nachbarn einen nicht verstehen. Das Konzept lautet hier: Essen bei Freunden. Ich fühle mich etwas als wäre ich inmitten einer Kochsendung von James Olliver. Obwohl nein, hier ist es zusätzlich gemütlich, das Licht wirft schöne Schatten und ist nicht zu aufdringlich, aber auch nicht zu dunkel.
Und wie wir den Abend so genießen und uns umschauen welche Zielgruppe hier eigentlich herkommt bzw. für welche es gedacht ist fangen wir an zu philosophieren. Eigentlich ist das Konzept hier eher offen für vieles, es gibt gesundes Essen, frisch zubereitet vor deinen Augen. Es ist ein Hauch mediterran und auch alternativ. Dennoch sind hier eher die Schickimickis von heute anzutreffen. Aber vielleicht ist es auch gerade für diese gedacht. Wir fühlen uns trotzdem wohl. Was ist überhaupt ein Schickimicki und wer bist du? Hier um uns herum gibt es ein paar Alternative, ein paar Alternativ-Schickimickis (so jemand wohnt zum Beispiel in Bremen Schwachhausen, obwohl dort auch normal Alternative wohnen) und dann sitzen hier aber auch die Billig-Schickimickis, die die Schickimicki sein wollen, aber nicht das nötige Geld dazu oder einfach keinen Geschmack haben. Diese Gruppe hüllt sich ein in Polyester-Kleidung, trägt goldene Gürtel und gefälschte Markenkleidung aus der Türkei. Dann gibt es da noch die Spießer-Schickimickis, meistens BWL-Studierte, mit Steppjacke und Hemd unterm Pullover. Und nicht zu vergessen die Sportlich-Schickimickis. Wir befinden uns in der Gruppe "Alternativ". Nun kann ich einige Leute einer der Gruppen zuordnen, doch gibt es immer noch welche die in keine Gruppe so richtig reinpassen wollen. Die Normalen? Doch was ist schon normal? Nein, die Bezeichnung passt nicht wirklich. Nennen wir sie hier an dieser Stelle mal die "Kleinbürgerlichen".
Warum ich das hier nun alles erzähle? Weiss ich auch nicht, das Thema hat uns nach diesem Abend noch ein wenig länger beschäftigt und wir hatten viel Spaß damit. Und in welche Gruppe würdest du dich einordnen? Und bist du auch tatsächlich in der Gruppe wo du sein möchtest?

Mittwoch, 4. November 2009

Hurra, es schneit!


Heute haben wir die ersten Schneeflocken gesichtet. Ein paar klitzekleine weiße Flöckchen haben sich auf unseren Winterjacken niedergelassen. Es war zwar nicht viel und dauerte auch nicht lang an, aber immerhin, wir haben die ersten Anzeichen von Schnee gesichtet!
Und für die Heimat in Deutschland besteht dieses Jahr ja vielleicht auch mal Hoffnung auf weiße Weihnacht. Zumindest die Chinesen bekommen sowas auf Knopfdruck hin - wär doch gelacht wenn sowas bei uns nicht auch funktioniert.
Edit sagt: Und die ersten Weihnachtskekse gabs nun auch dazu! Hmjam lecker!

Sonntag, 25. Oktober 2009

Wieder zurück in Sverige.

Nun sind wir schon wieder in Sverige angekommen, nach ein paar stressigen und zugleich schönen Tagen in Tyskland. Wir haben einiges erlebt und es war wirklich toll, aber wir freuen uns auch nun endlich wieder zu Hause in Stockholm zu sein.
Freitag Abend haben wir uns dann noch zum Spieleabend bei Niels und Marko in Bremen getroffen. Hätten ich vorher gewusst, dass gerade Freimarkt ist hätte ich die 4 Leutchen zu uns gelotst, dann hätten die sich durch die Menschenmassen am Hauptbahnhof schieben müssen. Wah wie kann man nur Spaß daran haben sich durch diese Massen zu quetschen und über den Freimarkt laufen? Von den "Partys" im Bayernzelt und in den Hallen mal ganz zu schweigen.
Naja ich sitz halt lieber gemütlich im Lagerhaus, trink ein Glas Rotwein und ess was leckeres oder treff mich zum Spieleabend. Diesmal hab ich übrigens gewonnen! Hurra!
Am Samstag gings dann noch zu Mamas Party, hier wusste auch niemand dass wir da sind und so gabs noch so manch eine Überraschung (besonders für die Omas und Opas). Und es gab wieder mal soo leckeres Essen. Mhjam. Und obwohl zwar nicht ich Geburtstag hatte, hab ich noch tolle selbstgemachte Stricksocken bekommen, einmal welche in RosaPink von Bärbel und einmal richtig lange mit Bommeln dran von Timos Oma (heißt es dann eigentlich Schwiegeroma für mich?)! Ich mag Bommelsocken!


(Ich habe heute übrigens einige Einträge nachgeholt zu schreiben, etwas weiter unten gibt es also noch viel zu lesen für dich.)

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Ein 50. Geburtstag und ein Auto was macht was es will!

Nachdem Marvin geschlagene 17 Minuten - ja ich hab auf die Uhr geguckt - unter der Dusche stand und weitere unendlich vorkommende Zeit im Bad verbracht hat, durfte dann auch ich irgendwann mal rein. Ja ich hab einen eitlen Bruder!
Nur noch ein paar Stündchen, dann lassen wir die große Überraschung steigen....ich bin schon so hibbelig und aufgeregt! Aber nun wird erstmal noch geskyped und so getan als wären wir in Schweden, was leider nicht ganz so optimal war, weil die Qualität diesmal miserabel ist. Nun keimt wohl doch wieder ein Fünkchen Hoffnung auf.
Mittlerweile haben wir das letzte Stück Zugfahrt hinter uns und sitzen ungeduldig bei meinen Elterm auf dem Sofa und warten drauf, dass Mama endlich vom Friseur kommt. Da, der Schlüssel dreht sich in der Tür. Wir hören wie sie reinkommt, aber noch immer hat sie nichts bemerkt. Und dann plötzlich, kaum schaut sie zur Wohnzimmertür hinein, gehts auch schon los....die Freudentränen purzeln (und das geht dann übrigens den ganzen Tag noch so weiter, jedesmal von neuen wenn sie wem am Telefon erzählt, dass wir da sind).
Die Überraschung ist gelungen!



Am späten Nachmittag wollten wir dann noch kurz unsere Sachen in Oyten abladen und unserer Wohnung einmal "Hallo" sagen, bevor wir uns Abends mit meinen Eltern zum Essen treffen wollten. Da mein Auto ja bereits auf dem Autofriedhof liegt und Emma erst kurz vor Weihnachten kommt, haben wir uns die alte Schrottkiste von Papa ausgeliehen. Wir sind gerade auf die Autobahn gefahren, da fing das Desaster an: Der Wagen gab kein Gas mehr und wir konnten gerade noch auf den Standstreifen rollen. Dort standen wir dann also - an unserem zweiten Tag den wir quasi nur unterwegs waren und kurz davor endlich mal wieder im eigenen zu Hause zu sein - auf der Autobahn. Das ein Auto mal macht was es will kannte ich zwar schon von meinem, aber auf der Autobahn bin ich bis jetzt noch nie liegen geblieben. Das ist wirklich nicht gerade angenehm wenn die Autos an einem vorbeirauschen *schauder*. Für Papa gabs dann in der Werkstatt leider auch keine positiven Nachrichten, nach 300.000 Kilometern hatte das Auto nun ausgedient und war nicht mehr zu retten. Essen gegangen sind wir dann aber trotzdem noch. Nur in unserer Wohnung, in der wir dann spät abends doch noch angekommen sind, haben wir uns nicht so heimisch gefühlt wie erhofft. Sie war eisekalt, viel zu groß und so leer, obwohl eigentlich alles drinstand wie sonst auch. Wir haben uns dann erstmal in das kleine blaue Zimmerchen zurückgezogen und dort mehr oder weniger die nächsten 2 Tage verbracht (zumindest in der Zeit wo wir zu Hause waren). Man gewöhnt sich doch schnell dran zusammen und glücklich auf 18m² zu wohnen.

Edit: Mir fällt gerade auf...hier gibts ja ein Tortenbild nach dem anderen in unserem Blog....bekommst du schon Hunger?

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Tyskland wir kommen!

Heute ist es soweit, nach 2 Monaten fliegen wir für einen Kurzurlaub in die Heimat. Wobei ich mir nicht sicher bin was nun eigentlich die Heimat ist. Im Moment zumindest fühlt sich Stockholm mehr als Heimat an.
Anlass ist der 50. Geburtstag meiner Mama, die wir überraschen wollen. Damit ihr die Vermutung, dass wir vielleicht überraschend auftauchen würden genommen wird, haben wir bereits im Vorfeld ein Päckchen abgeschickt mit einem selbstgemalten Poster in Lebensgröße von mir, damit sie mich trotzdem da hat auch wenn ich nicht kommen kann. Dann noch schnell mit ihr für morgen früh zum skypen verabredet, damit auch das letzte Fünkchen Hoffnung zerstört wird. Nun aber ab auf den Weg, denn das Flugzeug wartet schließlich nicht. Uff sind die Taschen mal wieder schwer geworden, wie gut dass wenigstens ein paar Rollen drunter sind.
Den ersten großen Unterschied sehen wir schon aus dem Flugzeug heraus.....sah man in Schweden nur Wälder und viel Wasser, so stachen in Deutschland gleich die akurat angelegten Felder ins Auge. Quadratisch, eins neben dem anderen, dazwischen manchmal vereinzelt Bäume. Schon jetzt möchte ich eigentlich am liebsten wieder umkehren. Doch irgendwie freue ich mich schließlich auch auf Tyskland - zumindest darauf alle lieben Leutchen mal wiederzusehen.
Gegen frühen Abend landen wir dann schließlich in Hamburg-Lübeck, dann noch schnell mit dem Bus nach Hamburg Hauptbahnhof gejuckelt und nun heißt es warten. 4 lange Stunden warten, darauf dass Marvin (der bis dahin noch jobmäßig eingeplant war) uns abholt. So eine Zeit kann ganz schön lang werden, wenn man eh schon seit morgens unterwegs war in Bussen, Bahnen und Flugzeugen. Aber wir haben das Beste draus gemacht und sind von einem Cafe ins nächste getingelt, bis wir schließlich im Vapiano hängen geblieben sind und dort einen gemütlichen und sehr leckeren Abend verbracht haben. Zwei Gläser Rotwein später kam dann auch Marvin, der uns zu sich nach Hause gebracht hat, wo wir diese Nacht schlafen konnten.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Verzichten kann auch schön sein.

Wie ist eigentlich das Leben wenn man auf so viele Dinge, die einen sonst wie selbstverständlich umgeben, verzichten muss? Was fängt man mit der Zeit an, wenn sie plötzlich da ist?

Nun sind wir schon 2 Monate hier in Schweden und in einem weiteren halben Monat feiern wir schon unser Bergfest. Zeit für ein kleines Resume, wie wir die fast erste Halbzeit heile überstanden haben und immer noch glücklich sind.
Bevor es losging denkt man ja schon - trotz aller enthusiastischer und vielleicht sogar etwas naiver Vorfreude - darüber nach wie es wohl werden wird, in einem fremden Land mit fremder Sprache, in einem 18m² kleinen Zimmer zu Zweit, weit weg von allen Menschen und auch Dingen die einem lieb sind, ohne Beruf (was tut man denn dann überhaupt die ganze Zeit?), vielleicht (oder sogar ganz bestimmt) kommt Langeweile auf, dann wird die Zeit vielleicht nicht zur lang ersehnten Freiheit und Selbsterfahrung, sondern zum Alptraum der hoffentlich schnell vorüber geht.
Ein Alptraum ist aus dem neuen Leben nicht geworden. Alle Sorgen waren unbegründet - wie meistens.
Wir können uns hier in Verzicht üben und sind trotzdem glücklich. Wenn ich jetzt so an unser zu Hause denke und mal so überlege was dort in unserer doch recht geräumigen Wohnung so alles zu finden ist, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln wozu man das alles braucht. Die Schränke sind vollgestopft mit Kram den die Welt nicht braucht und trotzdem kann man sich nicht davon trennen. Aber wieso funktioniert das denn dann trotzdem hier? Vielleicht weil ich weiss, dass ich alles bald wiederhaben werde und es sich um einen begrenzten Zeitraum des Verzichts handelt? Hier wäscht man das Geschirr per Hand, eine Badewanne gibt es natürlich auch nicht und die Einkäufe werden mit dem Bus erledigt anstatt mit dem Auto zu fahren. Hier gibt man sich sogar damit zufrieden auf dem Laptop Fernsehen zu gucken, wo ständig das Bild stehen bleibt und man so ganze Filmausschnitte lang nur noch den Ton hört. Zu Hause würde mich sowas wahnsinnig machen, aber hier ist man ja irgendwie froh, dass man überhaupt deutsche Sender empfangen und so den einen oder anderen Tatort schauen oder besser gesagt hören kann. Man ist mit kleinen Dingen leicht zufrieden zu stellen.
Und wie ist das nun zu zweit auf 18m²? Das kann doch eigentlich nicht gut gehen oder? Doch! Die Chinesen schaffen es ja schließlich auch zu Hauf auf engstem Raum zu leben. Und mit etwas Rücksichtsnahme beiderseits und einem liebevollen Umgang miteinander ist das kein Problem und wird auch in den restlichen 3 Monaten keins werden.
Auch Langeweile hat sich bisher bei mir nur einen Tag lang breit gemacht. Irgendwie gehen die Tage hier trotz viel Zeit so schnell um wie im Flug. Man hat endlich mal Zeit lange zu duschen und im Badezimmer rumzutrödeln, viel zu lesen (7 Bücher sind schon durchgelesen), seinen Gedanken nachzujagen, viel spazieren zu gehen, eine neue Stadt langsam und von vielen Seiten kennenzulernen, jeden Tag richtig zu kochen, mal ein Stündchen länger zu schlafen wenn einem danach ist, seinen Schnupfen in Ruhe auszukurieren und sich nicht mit Erkältung zur Arbeit quälen zu müssen, weil man ja dringend gebraucht wird weil grad eh so viele krank sind, abends lange aufzubleiben und nicht um 22 Uhr schon vor lauter Müdigkeit ins Bett zu fallen.
Eigentlich tut es mal ganz gut auf den ganzen Kram der einen sonst umgibt zu verzichten und sich ganz anderen Dingen zu widmen. Ich bin mal gespannt was ich zu Hause dann tatsächlich alles ausmisten werde!

Sonntag, 11. Oktober 2009

Hurra! Timo wird 30!


Nach langem Warten ist es heute endlich so weit und Timo wird 30! Vorm Fegen hat er sich zwar erfolgreich nach Schweden verdrückt, aber vor dem älter werden gibt es kein Versteck!
Den Kuchen auf dem Bild gab es zwar bereits vor 2 Jahren, aber dafür gibt es dieses Mal einen echten exklusiv selbstgekauften anstatt selbstgebackenen Kuchen. Hmm lecker! Sowieso ist diesmal alles etwas provisorischer: So hatte Yvonne zum Beispiel grad nur noch Weihnachtsgeschenkpapier zur Hand, aber das ist ja nicht so schlimm, denn wozu hat Geschenkpapier denn zwei Seiten? Also kurzerhand auf links eingepackt. Die Idee muss ich mir merken.

Tolle Geschenke gabs natürlich auch:
Eine Schlossbesichtigung...

...und ein Candelight-Dinner von Yvonne,

ein Saunabesuch, einmal Arbeitsspeicher für den Mac, ein Buch übers Segeln, Duschgel, ganz viele Pringles, Taschenwärmer für die bald kommende Kälte und einen Gutschein für den Segelkurs im Frühjahr.
Timo, zu deinem Geburtstag alles Gute! Du bist und bleibst trotz der nun kommenden Falten und grauen Haare der beste Mann der Welt!

Freitag, 9. Oktober 2009

Onsdagspub

Versteht einer die schwedische Post!
Nun hat es heute doch mal an der Tür geklingelt und es wurde gerade noch rechtzeitig das Päckchen von meinen Eltern für Timos Geburtstag am Sonntag abgegeben. Ich dachte die tragen hier keine Päckchen aus und man muss sie sich immer selbst abholen. Jedenfalls steht hier nun dieses verlockende Päckchen und ich sterbe vor Neugier. *seufz* Es ist zwar nicht für mich, aber neugierig bin ich trotzdem was drin ist. Und nun soll es hier noch bis Sonntag unangetastet rumstehen.
Oh und ein Zettel zum Paketabholen liegt auch noch im Postkasten! Ein Paket von Yvonne wartet auf der Poststation auf uns...äh Timo. Hurra! Welch eine Überraschung! Ja Schwestern können manchmal richtig nett sein, das weiss ich aus eigener Erfahrung, bin schließlich auch eine. Dann stehen hier also nachher 2 Pakete bis Sonntag rum. Das ist ja schlimmer als die Spannung auf Adventskalender-Päckchen.

Vorgestern Abend waren wir übrigens mal wieder auf ner Party! Hier gibts ja jeden Mittwoch "Onsdagspub" auf dem Unigelände. Eigentlich gibt es sogar fast jeden Abend in irgendeinem Gebäude der Uni eine Party (Hier hat ja jede Fakultät ihr eigenes kleines Häuschen zum Party feiern und für diverse Veranstaltungen). Mittwochs ist immer Onsdagspub im Allhuset und in der Gula Villan (Gelbes Haus) und waren wir bisher immer (also genaugenommen 2 Mal) im Allhuset, so waren wir diesen Mittwoch mal in der Gula Villan. Hier ist es um einiges gemütlicher und atmosphärischer als im größeren Allhuset. Und nicht nur die Musik war hier besser, sondern auch das Publikum: Endlich gabs mal gutaussehende langhaarige Schwedenmänner und leckere mit Käse überbackene Nachos! Hmmjam! Trotz allem kommen wir wohl langsam in das Alter wo man nicht mehr ewig lang auf Partys bleibt und man sich damit begnügt eine Party 2-3 Stündchen zu besuchen um sie dann spätestens gegen 23/24 Uhr wieder zufrieden zu verlassen. Wir werden halt auch nicht jünger (und Timo erst recht nicht)! Dafür sind wir dann nach der Party noch zu zweit in die Innenstadt (also die zentrale Fußgängerzone um T-Centralen rum) gefahren und sind durch die leeren nächtlichen Gassen geschlendert, haben Schaufenster angeguckt und über Gott und die Welt philosophiert. Ja sowas kann auch mal ganz schön sein, vor allem sind die Akzente einer Stadt in der Nacht ganz anders gesetzt und man sieht Dinge die man sonst nicht sieht oder anders wahrnimmt.

Montag, 5. Oktober 2009

Waschtag


Heute war mal wieder Waschtag. Ja in der Tat geht ein großes Stück vom Tag dabei drauf. Erst rennt man einmal hin um die Wäsche in die zwei Maschinen zu füllen, dann rennt man nach 1 Stunde erneut hin um die Sachen aus der Maschine in den Trockenschrank zu hängen und dann rennt man nochmal hin um die Sachen wieder mitzunehmen. Der Waschraum ist natürlich nicht gleich nebenan, sondern quasi am anderen Ende des Wohnheimgeländes. Und dann kommen in letzter Zeit immer wieder andere Wäschewascher dazwischen die einem das Wäsche waschen nicht gerade vereinfachen. Eigentlich fühle ich wirklich jedesmal bevor ich meine Wäsche reinstopfe die Trommel ab, um zu gucken ob da noch irgendwas drin ist was da nicht reingehört. Nur letztes Mal hab ich es vergessen und da war natürlich ausgerechnet dann ein Papierstück vom Vorwäscher drin. Du kannst dir vorstellen wie meine dunkle Wäsche danach aussah. Diesmal gabs kein Papierstück, aber dafür einen Chinesen der seine Waschzeit überzogen hat, so dass meine Maschinen noch voll waren als ich loslegen wollte und somit noch 15 Minuten warten musste. Wenigstens kam ich dann zum Wechsel in den Trockner noch gerade rechtzeitig und konnte ein Mädel daran hindern ihre Wäsche fröhlich in meinen Trockner zu stopfen. Ich frag mich wirklich wozu die Zeitpläne in die man sich zum Wäsche waschen einträgt gut sind wenn eh jeder wahlos benutzt was und wann er will.
Zum positiven Ausgleich war dann aber unser Briefkasten mit einer Postkarte aus Sydney (Australien) gefüllt. Das gibt zu dem eigentlichen BP (Briefpunkt) glatt noch einen Zusatz-BP dazu wegen dem Überraschungseffekt. Hurra 2 BP für Andre!

Sonntag, 4. Oktober 2009

Heute ist Loppis!

Bisweilen sind ja in Tyskland die Flohmärkte neben so manchen Schnäppchen schon etwas ramschig. Aber der Loppis (schwedischer Flohmarkt) den wir heute besucht haben übertrifft alles. Das war ein echtes Erlebnis, nein sogar eine Attraktion! Hier in Stockholm gibt es einen Loppis in einer Halle der jeden Tag geöffnet hat. 7 Tage die Woche, das ganze Jahr! Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Also ab in die Tunelbana und 18 Stationen weiter waren wir am Ziel angekommen. Die Leute die mit uns die Bahn verließen und sich um uns herum so tummelten ließen schon darauf schließen, dass der Loppis der Treffpunkt schlechthin für ein multikulturelles Publikum ist. Wirkliche Schweden waren hier jedenfalls die Nadel im Heuhaufen.
Kaum hatten wir die Flohmarkthalle betreten waren wir in einer anderen Welt angekommen. Nun waren wir irgendwo im fernen Ausland, zwischen Ghetto und orientalischen Basar. Rings rum waren kleine Verschläge, ähnlich wie Kellerräume eines großen Mietshauses, die für Dauerverkäufer dort zu mieten sind. In der Raummitte waren teilweise ebenfalls langfristigere Stände aufgebaut und teilweise auch 1-Tages-Stände. Manch ein Verschlag war von oben bis unter die Decke so vollgestopft - nein vollgemüllt trifft es eigentlich eher - dass man nur die Waren ganz vorn betrachten konnte. Was sich dahinter verbarg will ich gar nicht wissen, aber das wissen die Verkäufer teilweise wahrscheinlich selbst nicht mehr, weil kein Durchkommen mehr war. Dieses vollgemüllte Chaos spiegelte sich aber auch auf den freistehenden Ständen wieder. Da lagen bergeweise Trödel, Krempel und Kleidung. Wer was finden wollte musste wühlen! Aber darauf haben wir dann lieber verzichtet, wer weiss was unter manch einem Haufen zu Tage gekommen wär. Die ganze Halle war eine einzige Messiestadt. Berge an Ramsch, Kitsch und orientalischen Dingen. Die Leute die dort verkauften lebten dort schon fast. Sie haben sich dort eine eigene kleine Stadt mitten in Stockholm in einer Halle aufgebaut. Da saß eine Gruppe vor dem Fernseher, hier feilschten zwei Langbärtige um ein Möbelstück und da hinten ließ sich einer in einem der kleinen Verschläge mit der Aufschrift "Friseur" die Haare schneiden.
Ich sage dir, soviel Berge an Ramsch hast du noch nie in deinem Leben gesehen - es sei denn du hast einen Messie zum Freund. Aber das war so unglaublich, die ganzen Berge und Haufen. So einen Flohmarkt (und ich war schon auf einigen) habe ich mein Lebtag noch nie gesehen. Gefunden haben wir zwar nichts, aber gelohnt hat sich dieser Ausflug alle mal!
Leider haben wir ausgerechnet an diesem Tag den Fotoapparat, den wir sonst IMMER dabei haben zu Hause gelassen.

Freitag, 2. Oktober 2009

Oh Schreck!

Timo sitzt in seiner Schwedisch-Klausur, ich vor meinem Laptop und zu Hause. Er läuft schon die ganze Zeit auf Hochtouren, hat einiges zu leisten - ich bin nicht gerade rücksichtsvoll zu meinem Laptop. Ein angenehmer Duft nach Essen steigt mir in die Nase, der sich schnell zu einem Geruch nach Lagerfeuer umwandelt. Plötzlich stinkt es, ich schnuppere am Laptop und stelle entsetzt fest dass er total verbrannt riecht. Oh Schreck, eilig - nein eigentlich schon eher panisch und hektisch klappe ich das Ding zu und reiße die Kabel aus der Steckdose. Mittlerweile stinkt der ganze Raum hochgradig verbrannt. Ich reiße die Fenster auf und bete dass der Feuermelder nun nicht ausgelöst wird. Wieso ist Timo ausgerechnet JETZT nicht da? Während ich darauf warte, dass der Gestank endlich abzieht, nähere ich mich vorsichtig dem ominösen stinkenden Laptop um vorsichtig zu gucken ob da drinnen irngendwas funkelt und brennt - aber nix. Ist er nun trotzdem hinüber? Ich warte noch eine Weile und lasse ihn lieber aus. Aber der Gestank ist immer noch da, allerdings nicht mehr am Laptop, er kommt eher aus dem Flur. Nagut dann schnappe ich mir halt einen Becher und hol mir einen Orangensaft aus der Küche, um dort mal nach dem rechten zu schauen. Kaum trete ich aus unserem Zimmer in den Flur umgibt mich der Gestank noch mehr. In der Spüle steht ein halbverbrannter Topf, die Mikrowelle ist saudreckig und von innen schwarz und eine der Herdplatten heizt fröhlich vor sich hin. In der Küche ansonsten keine Menschenseele. Erleichtert mache ich die Herdplatte aus und reiße auch hier die Fenster auf. Dann wird erstmal die Zwischentür von unserem Miniflur und Zimmer fest zugemacht und allmählich verschwindet der Geruch auch aus unserem Zimmer. Der Laptop riecht wieder ganz normal und ich traue mich vorsichtig ihn wieder hochzufahren - war dann wohl doch nicht der gute alte Laptop der den Schreck verursacht hat. Die Mikrowelle wurde vom unerkannt gebliebenem Verursacher natürlich auch nicht wieder sauber gemacht. Wie konnte es auch anders sein.
Und sowas passiert natürlich ausgerechnet wenn ich ein einziges Mal alleine zu Hause bin.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Der Herbst kommt...


Allmählich wird es kälter und die ersten Blätter verfärben sich und fallen von den Baumen. Der Herbst ist wohl im Anmarsch. Wer sich nun eine nass-kalte eklige Jahreszeit vorstellt, der irrt gewaltig. Es ist zwar schon schön kalt (heute 8 °C), aber keine Spur von grauem Himmel und Regen. Die Sonne scheint und der Himmel strahlt blau, kaum Wolken sind zu sehen. Noch eine kleine Weile dann sind die ersten Bäume kahl und das Laub liegt auf dem Boden. Dann die Stiefel angezogen und mitten durchgelaufen *raschel, raschel*....so schöne Geräusche, soviel Natur um uns herum....hier lässt es sich gut aushalten. Nun fängt die Zeit an in der man sich in der Sauna wohlfühlen kann, es gibt sogar eine die man kostenlos benutzen kann in unserem Wohnheim - nur leider ist sie nicht in Betrieb und wie es aussieht wird sie wohl auch nicht mehr während unserer Zeit zu benutzen sein. Ach wäre das doch herrlich gewesen, einmal die Woche nur ein paar Schritte zu gehen und schon ist man am saunieren. Vielleicht finden wir ja woanders noch eine kostengünstige und schnell zu erreichende Sauna.
Wenn du an dunklen Herbsttagen mal Langeweile verspürst, kannst du ja hier mal etwas stöbern. Und wenn bei euch in Tyskland auch mal so schönes sonniges Wetter ist wie hier in Schweden, dann denk an uns und raff dich auf zu einem Spaziergang durch die Natur. Und vergiss dabei nicht durch die zusammengefegten Laubhaufen zu laufen, auf das Rascheln zu hören und dich gut zu fühlen!

Samstag, 26. September 2009

Vasa Museet

Eigentlich wollten wir heute ins Moderna museet, ein Museum für moderne Kunst, aber als wir dort ankamen war dort eine so lange Schlange, dass wir den Besuch verschoben haben und stattdessen das Vasa Museum besucht haben.
Anfangs hatte ich nicht soo die Motivation mir das Museum anzuschauen, weil ich dachte "Naja da gibts halt ein Schiff zu sehen und sonst nix", aber da es eines der berühmtesten Museen in Stockholm ist wollten wir es auch nicht auslassen. Zum Glück! Denn wir wurden sehr positiv überrascht....hat der Besuch dann doch ganze 3 Stunden gedauert, so interessant war es.
Aber was gibt es denn nun eigentlich so spektakuläres im Vasa Museum? Knäckebrot jedenfalls nicht!
Die Vasa ist ein schwedisches Kriegsschiff, welches am 10.August 1628 in Stockholm seine Jungfernfahrt antreten sollte. Es sollte das Flagschiff der schwedischen Flotte werden und war eins der größten und schönsten Schiffe überhaupt das im 17. Jahrhundert erbaut wurde. Doch weit ist es nicht gekommen und ging noch im Stockholmer Hafen auf Grund. Der erste stärkere Windstoß ließ das Schiff aufgrund von Berechnungsfehlern in der Konstruktion etwa 1.300 Meter nach dem Start kentern. Das Problem waren die erstmals gebauten zwei eingeschlossenen Kanonendecks und der zu gering berechnete Ballast für das Schiff, das einen zu hohen Schwerpunkt zur Folge hatte. Dabei starben schätzungsweise dreißig bis fünfzig Menschen von der rund 450 Kopf großen Mannschaft. Insgesamt dauerte die Fahrt der Vasa nur etwa 20 Minuten.
Erst nach 333 Jahren konnte das Wrack im Jahre 1961 geborgen werden. Das Schiff wurde wiederhergestellt und besteht zu 95% aus Originalteilen.
Sobald man das Museum betritt kommt man in eine riesige Halle wo das riesige Schiff gigantisch in die Höhe ragt und einen atemberaubenden Anblick bietet. Alle Postkarten und Bilder können diesen Anblick nicht annähernd wiedergeben. Auf mehreren Ebenen kann man sich das Schiff aus verschiedenen Perspektiven anschauen. Drumherum gibt es viel wissenswertes über das Schiff, den Untergang und die Bergung sowie Wiederherstellung. Wir hatten sogar Glück und konnten uns gegen Ende unseres Besuches noch einen halbstündigen Film über die Vasa auf deutsch ansehen.
Alles in allem ein sehr gelungener Museumsbesuch!
Hier ein kleines Video um die Eindrücke zumindest etwas zu zeigen (nicht von uns gemacht, aber erfolgreich von uns ergoogelt - der Mann der im Video zu sehen ist steht übrigens lediglich vor dem Modell was im Maßstab 1:10 vor dem eigentlichen Schiff aufgebaut ist, um mal die Größenverhältnisse zu veranschaulichen):

Mittwoch, 23. September 2009

Schwedisches Allerlei

Heute waren wir in Kista, einem etwas außerhalb liegenden Stadtteil Stockholms. Dort ist ein Teil von Timos Uni, wo er heute dann doch mal kurz für 1 Stunde hin musste, um sich mit seiner begleitenden Tutorin des Distance-Kurses zu besprechen. Bisher ist er ja nur zu Hause, von dem Schwedischkurs mal abgesehen, weil der zweite Kurs ein Distance-Kurs ist und der dritte Kurs erst ab November anfängt. Ja so ein Lotterleben führt man also als Austauschstudent. Naja ich bin jedenfalls mitgefahren um mir die Gegend dort mal anzusehen und die Zeit in einem Einkaufszentrum totzuschlagen. Und nun hab ich soo viele tolle Stricksachen (Strümpfe, Stulpen, Mützen, Schals,...) gesehen....ich glaub ich muss mal was bei Timos Oma in Auftrag geben was ich alles gestrickt und gehäkelt haben mag. Oder ich lern es selbst! Aber das hatte ich ja schonmal versucht und da bin ich nichtmal bis zum Topflappen gekommen. Vielleicht sollte ich Strickologie (Achtung! Neu erfundenes Wort) studieren, das wäre wahrscheinlich eine Lebensaufgabe für sich.
Als wir das letzte Mal in der Innenstadt waren habe ich übrigens einen der Bodyguards von der stellvertretenden schwedischen Premierministerin "Maud Olofsson" über den Haufen gerannt, weil ich so damit vertieft war in der Gegend rumzugucken, anstatt mal zu gucken was direkt vor meiner Nase passiert. Die ist da nämlich grad mit ihren zwei Beschützern in einen Laden spaziert. Ich hatte ja noch nichtmal bemerkt wen ich da überhaupt angerempelt hatte, wenn Timo mich nicht anschließend darauf aufmerksam gemacht hätte.
Und zum Abschluss noch die schwedische Schlagzeile des Tages: "Spektakulärer Raubüberfall in Stockholm."

Warum bin ich so fröhlich, so fröhlich,....

Es ist zwar eigentlich fast noch zu früh am morgen um fröhlich zu sein. Aber mir war trotzdem grad danach:
(Für alle nicht so Computer-Kundigen: Halte den Mauszeiger nicht über dem Video, dann kannst du ganz normal nach unten scrollen.)

Dienstag, 22. September 2009

PaketPäckchenPunkte PPP

Mittlerweile sind hier schon insgesamt 3 tolle Pakete und Päckchen eingetroffen mit vielen tollen Sachen drin. Es ist immer wieder ein Erlebnis wenn in unserem Briefkasten einer dieser Abholscheine liegt und wir voller Vorfreude zur nächsten Abholstation schlendern, mit dem Paket im Arm den gleichen Weg wieder zurücklegen müssen bevor wir dann endlich mit großer Spannung das Geheimnis was drin ist lüften können. Das ist wie Weihnachten oder Geburtstag haben! Mittlerweile haben wir auch das Geheimnis des schwedischen Postsystems gelüftet, weil wir uns anfangs stets wunderten wieso der Abholschein plötzlich im Postkasten lag obwohl wir den ganzen Vormittag zu Hause waren. In Deutschland wäre es vielleicht der eilige Postbote gewesen, der keine Lust zu warten hat und deshalb vorsorglich gleich ohne zu klingeln den Abholschein hineinwirft. In Schweden haben die Postboten nun aber wohl noch weniger Zeit, denn hier werden Pakete und Päckchen gar nicht erst ausgetragen. Deswegen dauert der Versand auch so lange. Das letzte Paket war nämlich zum Beispiel schon am Freitag letzter Woche in der Poststelle angekommen, aber da am Samstag keine Briefe ausgeliefert werden bekamen wir unseren Abholschein erst am Montag.
Nun haben wir uns gedacht, wo das Pakete und Päckchen bekommen so viel Spaß macht, führen wir ab sofort PaketPäckchenPunkte ein! Die werden an dich lieber Paket- und Päckchenversender vergeben. Für jedes geschickte Päckchen und Paket bekommst du einen Punkt. Wobei Päckchen eigentlich fast noch praktischer sind, da ist die Abholstelle nämlich 200 Meter entfernt in einer Tankstelle, bei Paketen wiederrum müssen wir mal wieder in den Bus steigen und etwas rumgurken. Extra Zusatzpunkte bekommst du dann noch für extra tollen Inhalt! Und der Gewinner mit den meisten PPP bekommt dann am Ende ein Päckchen von uns geschickt mit dem ganzen Krempel aus euren Päckchen den wir nicht mochten (wobei das bis jetzt noch gar nix war und ihr vll. am Ende ein leeres Paket bekommt).
Ich hoffe du nimmst das hier nun nicht allzu ernst und verstehst ein bisschen Spaß!
Das Paket von Timos Eltern hat nun übrigens dafür gesorgt, dass wir unsere mitgebrachte Kaffeekanne und den Plastikfilter doch noch benutzen und Timo nicht ausschließlich Snabbkaffee (Instant) trinken muss. Naja "muss" ist eigentlich das falsche Wort, es war eher aus Faulheit selbst so gewählt. Aber manchmal muss man eben zu seinem Glück und leckerem Kaffee gezwungen werden - und das mit Freude! Das gibt glatt einen Zusatzpunkt und macht somit 2 PPP!
Und verhungern an Schokolade, Keksen und Süßigkeiten werden wir nun auch nicht mehr dank der letzten zwei Pakete. Das reicht bestimmt bis Weihnachten und dann gibt es sicherlich Nachschub unterm Tannenbaum!
Oh und damit wir nicht ganz so gierig erscheinen *grins*: Über normale Postkarten und Briefe freuen wir uns auch. Da hatten wir nämlich gestern auch was im Postkasten worüber wir uns sehr gefreut haben. Und nicht in erster Linie über den Inhalt, sondern vielmehr darüber das wir Post bekommen haben! Ein BriefPunkt (BP) für Klaus und Bärbel!

Sonntag, 20. September 2009

Skansen



Heute waren wir in Skansen, das erste Freilichtmuseum der Welt. Hier wird seit 1891 ganz Schweden in mehr als 160 Häusern und Höfen aus dem ganzen Land und aus verschiedenen Epochen dargestellt. Auch zahme und wilde Tiere der schwedischen Fauna sind hier zu finden.
Besonders neugierig waren wir natürlich auf die Älgar (Elche) und Renar (Rentiere), die es hier aus nächster Nähe zu sehen gibt. Aber auch die ganzen Hütten, kleinen Häuschen und Höfe waren besonders von innen sehr spannend anzusehen. Leider konnte man nicht überall hinein, aber manches Mal konnten wir durch die winzigen Fensterscheiben spähen. Und in die Häuschen wo man hinein konnte, war dann auch immer eine alte Schwedin in entsprechender Aufmachung passend zu der Zeit, die einem etwas über das jeweilige Haus erzählen konnte. Die meisten Häuser sind dort so 100 bis 200 Jahre alt.

Donnerstag, 17. September 2009

Unser neues Heim!

Landschaftliche Idylle, Wildblumen, hoch gewachsenes Gras, das Plätschern eines Baches, summende Bienen, dann ein paar Treppenstufen hinauf, es quietscht unter den Füßen, die Dielen im Inneren knarren und knacken und Geruch nach alten Holz liegt in der Luft. Und plötzlich ist man in einer gemütlich warmen Stube, mit Blümchentapeten, altmodischen Möbeln und einem alten Kaminofen. An den Fenstern hängen niedliche Gardienen und die Wohnräume haben fast schon einen Hang zum Kitsch in sich, aber eben nur fast. So wohnt man in Schweden. Und wir vielleicht auch bald. Ein gemütliches Häuschen haben wir schon gefunden, nun fehlt nur noch ein edler Spender...läppische 400.000 SEK (40.000 Eurostücke) werden benötigt und gleichzeitig jemand der renovieren über alles liebt und handwerkliches Geschick mitbringt. Na wie wärs? Haben wir dein Interesse geweckt? Als Dankeschön back ich auch nen Kuchen! *grinst*
Und hier ist das gute Stück! Aber das ist nur eines von vielen, denn renovierungsbedürftige uralte Häuschen mitten in der Natur gibt es hier einige für fast geschenkt. Hachja da fühlt man sich fast wie in einem der Astrid Lindgren Bücher.

Freitag, 11. September 2009

Vaxholmen


Heute haben wir eine kleine Bootsfahrt durch Stockholms Schären, bis hin zu der Insel Vaxholmen gemacht. Das Wetter war ideal dafür und so sind wir mittags um 12 Uhr mit dem Boot los, haben dann ein paar Stunden Pause auf Vaxholmen gemacht und sind Abends wieder in Stockholm angekommen. Die Bootsfahrt war recht gemütlich und wir hatten eine tolle Aussicht. Um uns herum viele kleine Inseln mit vielen kleinen niedlichen Häuschen drauf. Eine etwas größere der vielen Inseln im Schärengebiet ist Vaxholmen. Diese Insel ist nicht nur per Schiff, sondern auch über eine Brücke zu erreichen. An Vaxholmen führt die einzige Seeverbindung zwischen dem offenen Meer und Stockholm vorbei, weshalb man hier auch öfter mal größere Fähren vorbeifahren sieht. Direkt vor Vaxholmen auf einer kleinen Insel wurde damals eine Burg zur Verteidigung errichtet. Auf dieser Burg wurde auch der Film "Pippi Langstrumpf in Taka Tuka Land" gedreht, denn hier wurde Pippis Vater von den bösen Seeräubern festgehalten.
Auf Vaxholmen angekommen haben wir uns erstmal ein gemütliches Plätzchen in einer kleinen Minibucht mit Strand gesucht und unseren Einmalgrill ausgepackt. Seeehr gemütlich das ganze! Die Sonne schien, das Rauschen der leichten Wellen war zu hören, das Fleisch brutzelte auf dem Grill und dazu ein kühles Bierchen. Während wir am grillen waren hat uns sogar ein netter älterer Schwede angesprochen, der seit 50 Jahren auf Vaxholmen lebt und uns schonmal die Illusion genommen hat, dass wir im Dezember hier Schnee hätten. Die Winter waren in den letzten Jahren wohl ähnlich wie bei uns: nicht besonders kalt und Schnee nicht wirklich. *seufz*
Stefan hat dann mit seinen letzten Brotresten noch ein paar Enten gefüttert, die sehr zutraulich waren, ja fast schon aufdringlich. Und zum guten Schluss waren wir noch lecker Kaffee und Chai Latte trinken. Hmmm lecker!
Du siehst: Wir haben es uns heute so richtig gut gehen lassen und hatten einen sehr entspannten Tag.

Donnerstag, 10. September 2009

Sjunger svenska kvädor - Schwedische Lieder singen

Heute war wieder Schwedischunterricht und es gab mal wieder ein Lied zu singen. Diesmal ein schwedischer Folksong, den angeblich jeder Schwede kennt. "Vem kan segla..." Wen es interessiert was wir so lernen, der kann mal auf dieser Seite schauen. Da gibt es unter "Songs" auch die ganzen Lieder zu hören, original von unserem Svenska-lärare gesungen.
Unseren Wasserkocher hat es übrigens tatsächlich dahingerafft, der gibt keinen Muks mehr von sich. Jetzt heißt es wohl in den nächsten Tagen wieder Weltreise machen und zu Ikea eiern - da ist nämlich Media Markt - und das Ding umtauschen. Hurra! Wir haben ja sonst nix zu tun.
Und wo steckt eigentlich Marvin, hm? Werf mal endlich wieder dein Skype an und telefonier mit deiner Schwester. Jaja ich weiss, du hast so viel zu tun und als angehender Schauspieler bist du quasi ausgebucht, egal worum es geht - aber hej ich bins doch! Nur 10 Minuten deiner wertvollen kostbaren Zeit?
Oh und jeder der uns Post schicken will, lasst euch bei der Gemeinde Oyten erzählen wie das funktioniert. Die haben es doch tatsächlich geschafft, dass meine Briefwahlunterlagen die ich Dienstag bestellt hatte schon heute, nur 2 Tage später angekommen sind. Und schwuppdiwupp auch schon gleich das Kreuzchen gemacht, bei den richtigen natürlich, und morgen schnell wieder ab in die Post und zurück. Ich hoffe ihr geht auch alle schön brav wählen!


Mittwoch, 9. September 2009

Krya på dig!

Im Moment passiert hier wenig spannendes und wir sind den ganzen Tag zu Hause. Seit Montag lieg ich krank mit Halsweh, Husten und Schnupfen im Bett und schlage mich so durch den Tag. Gestern habe ich erstmal die nächste Paketbestellung aufgegeben, diesmal Süßigkeiten....dazu habe ich mich mit Mama im Skype getroffen und wir sind erstmal auf diversen Süßigkeitenherstellerseiten im Netz gesurft und wir haben das leckerste rausgesucht. Eigentlich schon fast zu bescheuert um das auch noch zu erzählen. *grins*
Heute wäre beinahe unser Billig-Wasserkocher abgefackelt, weil Timo ihn angemacht hat ohne dass Wasser drin war. Nach einer Weile glühte das Ding schon total rot und wir konnten ihn gerade noch vor seinem Untergang bewahren. Rettung in letzter Sekunde. Aber irgendwann fackelt hier bestimmt noch mal das Wohnheim ab, denn auch unsere Korridormitbewohner lassen so manches Mal die Herdplatten einfach an. Vielleicht gibt es in China Herdplatten die sich nach dem Kochen automatisch abstellen.
Morgen ist wieder unser Schwedisch-Kurs und diesmal bin ich dann hoffentlich wieder fit genug, dass ich hingehen kann, nachdem ich Montag schon ausfallen lassen musste.
Nun darfst du mir eine "Krya på dig" wünschen und dann wird hoffentlich zum Wochenende hin alles wieder gut und wir erleben wieder was. Oh huch, da hat Timo doch grad auch schon geniest, na das wird ja wohl nix werden?

Dienstag, 8. September 2009

Warum Väter nicht zuhören....

....und Mütter trotzdem machen was sie wollen.
Heute ist endlich das lang ersehnte Paket angekommen. Nur war irgendwie nicht so ganz das drinnen was wir bestellt hatten. Bei Papa waren 4 (!) wiederaufladbare Batterien bestellt, bei Mama war 1 (!) Paket Früchtetee bestellt. Äußerst mysteriös, nun lagen anstatt der 4 Akkus noch zusätzlich 16 normale Batterien drin - wozu brauch ich die wo ich doch nun mein Akkugerät habe? Papa ich bring dir die dann im Januar wieder mit nach Hause, vielleicht kannst du sie ja brauchen. Und wer die 4 Pakete Tee (zumal ich mir ja hier schon 2 gekauft habe - macht also 6) trinken soll weiss ich auch noch nicht so recht.
Tja ist halt alles nicht so einfach mit den Vätern und Müttern - die meinens halt zu gut mit uns.
Aber als Wiedergutmachung, dass wir jetzt noch weniger Platz in unserem Zimmerchen haben gabs dann wenigstens noch Süßigkeiten aus der Heimat. Und das ist hier wirklich Gold wert, denn es gibt hier nicht nur keinen Früchtetee, sondern auch keine leckeren Gummibären und sowas.
Und trotz allem haben wir uns riesig über das Paket gefreut (und werden uns auch riesig über weitere von wem auch immer freuen). Ist doch immer wieder spannend Pakete aufzumachen und zu staunen was so alles drin verborgen ist. Außerdem mussten wir trotz allem etwas schmunzeln, denn eigentlich war das Paket ja sowas von typisch - wir hätten damit rechnen müssen! Hat mich immerhin sehr von meiner Erkältung abgelenkt.
Tack för paket!



Samstag, 5. September 2009

So viel Natur...


Heute waren wir mal wieder für 2 Stündchen in der Natur. Wir gehen hier viel spazieren und die Gegend erkunden. Aber das ist hier ja auch gar nicht schwer, denn überall ist Wald, Wasser und idyllische Natur. Dass Stockholm aus so vielen Inseln besteht und hier viel Wasser ist wusste ich ja vorher schon, aber dass hier gleichzeitig so viele Waldgebiete sind, das war eine Überraschung. Eigentlich war ich schon während der Planung für unseren Aufenthalt hier etwas enttäuscht, dass wir zwar in Schweden sein werden, aber von der idyllischen Seite Schwedens eigentlich gar nicht so viel mitbekommen werden, weil wir schließlich in einer Großstadt sind. Aber nun ist doch alles ganz anders gekommen. Wir haben ein Stück Großstadt (immerhin die Größte in ganz Skandinavien) und wir haben gleichzeitig ein großes Stück Natur. Ob hier beim Wohnheim an der Uni oder in der Innenstadt, man ist stets in maximal 15 Minuten zu Fuß in einem schönen Waldgebiet oder einer Parkanlage. Herrlich!
So und jetzt gehts ab zum kochen, denn der Magen knurrt. Und sowieso leide ich hier unter Dauerhunger, weil unser Zimmer direkt gegenüber der Küche liegt und hier jedesmal wenn einer der 12 Mitbewohner was kocht, ein leckerer Duft unter der Türritze in unser Zimmer strömt. Wie soll man denn da satt werden? Ich komme bestimmt als runde Kugel wieder heim. ;-)

Freitag, 4. September 2009

Schreibst du schon....

....oder liest du noch? Villa Kunterbunt - entdecke die Möglichkeiten!

Gerade kam bei uns die Frage auf, wer hier eigentlich so alles ab und an oder gar regelmäßig mitliest. Von manchen wissen wir es zwar, aber besonders von den stillen Mitlesern leider nicht.
Jedenfalls möchten wir dich einladen unseren Blog auch gleichzeitig als Plattform für einen regen Austausch und Treffpunkt mit uns zu nutzen. Unter jedem Beitrag von uns gibt es - falls dir noch nicht bekannt - die Funktion Kommentare zu schreiben. So kommen wir uns einerseits nicht so als Alleinunterhalter vor und andererseits können wir gleich unsere Neugier stillen wer denn nun tatsächlich hier anzutreffen ist.
Also lieber Geisterleser, mach mit und zeig dich!
Tack!

Donnerstag, 3. September 2009

Vi lära svenska!

Nachdem du gestern schon einen kleinen Vorgeschmack auf die schwedischen Holzhäuschen bekommen hast, kommen nun hier ein paar Bilder einiger Exemplare in unserer Nähe. Sind zwar nicht die klassischen rot-weißen Holzhäuser, aber ebenfalls ganz niedlich.




Seit heute hat unser Schwedischkurs angefangen. Da gehts nun zweimal die Woche für je 2 Stunden hin. Eigentlich ist es zwar Timos Kurs, aber bei 300 Studenten fällt es nicht auf wenn ich mitkomme, deshalb ist es nun unser beider Schwedischkurs. Für mich wars heute nicht viel neues, weil wir genau den Part behandelt haben den ich selbst auch schon gelernt hatte, aber es war trotzdem ganz spannend und vor allem auch recht locker und lustig. Unser Schwedischlehrer hat gegen Ende der Vorlesung dann erstmal seine Gitarre hervorgeholt und angefangen ein schwedisches Lied zu singen, in das wir dann alle miteinstimmen mussten. ;-) Bisher gestaltet sich die schwedische Sprache (svenska språk) recht einfach, weil man sehr viel gut ableiten kann. Ich bin gespannt was uns da in den nächsten Wochen noch so erwartet.

Mittwoch, 2. September 2009

Postwege


Der Postweg funktioniert übrigens super, der erste Brief hat gestern erfolgreich seinen Weg zu uns gefunden. Du kannst uns also Postkarten schreiben und Päckchen schicken! Wir freuen uns drauf! *bekräftigend nick* Ich mag Post!

Was Schweden so alles ausmacht

Mittlerweile wird unser Zimmer immer wohnlicher, nun wurde erstmal eine Rolle Geschenkpapier als Tapete umfunktioniert. Schön lieblich feminin mit viel Schnörkel und Röschen - genau das richtige hier in Schweden. Jetzt fehlt nur noch die Verkleidung im Schwedenholzhaus-Stil an der Fassade unseres Wohnheims. Vielleicht bleiben wir doch für den Rest des Lebens hier und erstehen uns ein kleines gemütliches Holzhäusschen in rot-weiß irgendwo in der Einöde von Schweden, direkt am See. Ganz abwegig finde ich den Gedanken zumindest in den Momenten in denen wir an solchen wirklich niedlichen Häuschen vorbeischlendern (etwas ab von der City, in der Nähe unseres Waldes gibt es die in Stockholm tatsächlich) ja nun nicht...aber es wird wohl eher eine Träumerei bleiben.
Ich werde dir demnächst mal ein paar schöne Exemplare dieser Schwedenhäuser zeigen, sobald ich die Fotos dazu gemacht habe. Dann wirst du vielleicht die Romantik dieser Häuschen auch erleben.
Vor kurzem haben wir dann auch das erste Mal Köttbullar zubereitet, was während unserer Zeit hier sicher noch öfter vorkommen wird. Köttbullar sind diese kleinen schwedischen Fleischbällchen, die man mit Potatismos (Kartoffelbrei), lingon (Preiselbeeren) und brauner Soße isst. Seeehr lecker!
Seit gestern bin ich übrigens stolze Besitzerin eines Wollrocks und Knielangen dicken Wollstrümpfen mit Bommel dran....sooo schön! Jetzt kann der Winter kommen, ich bin bereit!

Dienstag, 1. September 2009

Vor 3 Jahren....

Es ist jetzt fast genau 3 Jahre her, dass ich mit Mama das erste Mal in Stockholm war (im November kurz bevor Timo und ich ein Paar wurden und schon etwas am anbändeln waren). Es ist schon ein bisschen merkwürdig wenn wir nun manchmal die gleichen Läden betreten in denen Mama und ich damals auch schon waren (und ich in Gedanken nur allzu oft bei Timo war). Heute zum Beispiel waren wir in einem der vielen H&M Läden in der Fußgängerzone. Und ich erinnere mich noch als wäre es gestern, da lief damals dieses unglaublich tolle Lied wo ich nicht wusste wie es heißt oder von wem es ist. Aber im Kopf begleitet hat es mich trotzdem bis nach Hause und dann irgendwann nach einigen vielen Tagen stieß ich wie auf Zufall darauf und konnte rausfinden von wem es ist. Und seit ich dann heute nach 3 Jahren wieder in dem Laden war, spukt mir nun das Lied als Ohrwurm im Kopf und ich höre es den ganzen Abend schon rauf und runter. Das ist fast ein bisschen wie in Erinnerung schwelgen in Gedanken und Lebenssituationen von damals.

Gamla stan - die Altstadt

Was in Bremen das Schnoorviertel ist, das ist in Stockholm die Gamla Stan. Hier sind einerseits noch viele schöne urige Häuschen, eng aneinandergereiht mit alten Holztüren und Fensterläden, die Gassen schmal und teilweise bergig. Wenn man sich etwas Zeit nimmt und auch mal in die leereren Nebengassen einbiegt, fühlt man sich fast in eine andere Zeit zurückversetzt. Andererseits ist das hier die Touristenhochburg schlechthin und auf der "Hauptstraße" die einmal über diese kleine Insel führt, ist ein Souvenirladen neben dem anderen. Auf der Insel Gamla stan befindet sich ebenfalls das königliche Schloss und sogar eine deutsche Kirche "Tyska kyrkan".



Und da es in der Gamla stan nicht nur haufenweise Souvenirläden gibt (ich hab übrigens dort schonmal neue Elchaufkleber für mein neues Auto gekauft), sondern auch viele leckere Cafes, wollten wir natürlich nicht darauf verzichten eine der leckeren kleinen Törtchen zu genießen. Mhmjam sieht das lecker aus, was?

Montag, 31. August 2009

Küchenputzaktion

Nachdem ich nun zwei Tage lang nicht dazu gekommen bin was zu schreiben, schreib ich mal schnell noch ein paar Zeilen, bevor auch dieser Tag zuende geht.
Ja Marko, deine E-Mail ist genau einen Tag zu spät gekommen, denn seit gestern ist unsere Küche blitzeblank! Und ich mags selbst kaum glauben: Ich habe nichts damit zu tun. Da haben sich doch tatsächlich 3 Leute zusammengetan und gestern Nachmittag 2 Stunden geputzt - Frühjahrsputz im Spätsommer. Und wenn deine Küche immer so aussieht wie an den Tagen wenn wir Spieleabend haben oder Pauls Küche so wie an Silvester letztes Jahr, dann ist eure Küche in der Tat sauber gegen diese bis gestern dreckige schwedische Küche. Außerdem ist Pauls Küche jetzt bestimmt eh sauberer als früher - schließlich ist er jetzt in Frauenhänden!
Aber wer weiss - vielleicht siehts ja schon in 1 oder 2 Wochen wieder genauso aus wie bei unserer Ankunft, dann bekommt ihr eure Fotos! Oh obwohl....die Schränke von innen sind immer noch pechschwarz, aber in der Küche ist grad so viel los, da trau ich mich nicht das jetzt zu fotografieren, das mach ich morgen in aller herrgottsfrühe wenn alle noch schlafen und stell das dann nachträglich noch rein. Und dann bin ich mal gespannt wer die Wette gewonnen hat, ob ich mich nur anstelle oder die tatsächlich dreckiger ist als eure.



See you later!
Oh und ich verspreche: In den nächsten Beiträgen dreht es sich nicht ums putzen. Ab morgen widmen wir uns wieder anderen Themen. Man könnte ja fast meinen hier gibts sonst nix spannendes zu tun.

Freitag, 28. August 2009

Schwedische Putzkulturen

Woah! Ich glaubs nicht. Ich bin grad sowas von aggro! Was finde ich just vor 5 Minuten in unserem Putzraum, wo der kaputte Staubsauger steht? Einen niegelnagelneuen Besen, ein noch eingepacktes neues Kehrset und einen neuen Wischmob. Das kann doch nicht angehen, da haben wir gestern diese Odyssee des Besen kaufens auf uns genommen und ich hab mich heute beim putzen mit einem Wischmob der kaum noch Fäden hatte abgemüht. Und jetzt sowas! Unglaublich! Das hätte unser lieber Hausmeister auch mal einen Tag früher da abstellen können....und ich sach noch zu Timo, dass er doch mal dem Hausmeister bescheid geben soll, dass wir keine vernünftigen Putzsachen da haben.
Und damit alles nicht genug, jetzt ist uns natürlich auch noch die Glühbirne durchgebrannt und wir sitzen im dunkeln.

Herman der Besen

Das ist Herman der Besen - mein neuer Wegbegleiter!
Ihn zu bekommen hat mich ganz schön Nerven gekostet. Die Odyssee begann gestern Nachmittag als wir uns auf den Weg zu einem schwedischen Baumarkt gemacht haben. Hat auch soweit erstmal alles ganz gut geklappt, richtige Bahn genommen, dann ein Stückchen zu Fuß weitergelaufen...von weitem sahen wir sogar schon das Baumarkt-Schild und ich jubelte innerlich - so kurz vorm Ziel. Aber je näher wir kamen desto merkwürdiger wurde es. Der angebliche "Baumarkt" hatte sein Schild an einem großen mehrstöckigen Bürogebäude. Sehen die Baumärkte hier etwa SO aus? Nein, irgendwas stimmte da nicht. Letztendlich stellte sich dann heraus, dass ich wohl nicht die Adresse einer Baumarktfiliale herausgesucht hatte, sondern die der Bürozentrale dieses Baumarktes. Einen Besen konnte man hier jedenfalls nicht kaufen. Nagut, schien uns der Mut schon fast zu verlassen, aber mir fiel ein, dass ja hier irgendwo in der Nähe (4-5 km weiter) ein Bauhaus angesiedelt sein sollte. Tja nur in welcher Richtung war dieser denn nun? Rechts? Links? Wenn wir das mal wüssten. Oh da kommt ein Bus angefahren der hier nur alle 30 Min hält. Jetzt oder nie! Nicht lange überlegt und gefackelt - rein da. Gucken wir halt was wir während der Fahrt ins Ungewisse so finden. Irgendwann sehen wir sogar in weiter Ferne den ersehnten Bauhausschriftzug. Wir bleiben mal einfach noch im Bus sitzen in der Hoffnung, dass dieser uns schon zum Ziel bringen wird. Doch das Ziel kam dann schneller als erwartet, der Bus hatte seine Endstation erreicht und der Busfahrer guckte uns etwas irritiert durch seinen Rückspiegel an, nachdem wir als einzige im Bus sitzen geblieben waren und jetzt erst bemerkten dass hier Endstation ist. Nun hätten wir ja einfach in einen nächsten Bus steigen können der uns vielleicht zum Ziel bringt, aber das wäre ja auch zu einfach gewesen, also entschieden wir uns fürs laufen. Berg rauf, Berg runter, die Straße entlang, noch einen Berg rauf - Da hinten! Ich kann ihn schon wieder sehen, den Schriftzug! Aber ohweh zwischen uns und dem Bauhaus: Wasser! Wir entscheiden uns gegen das rüberschwimmen, denn wieder mal in etwas Ferne erblicken wir eine große Brücke auf der Autos fahren. Da müssen wir rüber! Doch wie um alles in der Welt kommen wir da hoch? Also wieder einen langen bergigen Weg zurückgelegt, allmählich geht mir die Puste aus und ich bekomme Hunger. Irgendwann - mir kommt es wie eine Ewigkeit vor - erreichen wir die Brücke und Stück für Stück kommen wir dem Ende und somit unserem Bauhaus entgegen. Jetzt sind es nur noch ein paar Schritte bis zur Eingangstür und eine Welle der erleichterung macht sich breit. Nachdem wir eine Weile kreuz und quer durch den Baumarkt gelaufen sind und Ausschau nach der Besenabteilung gehalten haben sehe ich plötzlich die ersten Borsten hervorblitzen. Da hinten sind sie! Hurra! Alles in mir jubelt vor lauter Freude und fast werden meine Augen etwas feucht - da ist er: Mein neuer Besen Herman! Ab jetzt sind die Dreckberge in Küche, Flur und Zimmer Vergangenheit.
Jetzt steht nur noch der Heimweg an, der sich zwar etwas einfacher gestaltet als der Hinweg, weil wir eine neue Variante gefunden haben, aber auch hier sind letztendlich ein paar Komplikationen aufgetreten.
So allmählich fange ich an zu begreifen wie sich ein HartzIV-Empfänger ohne Auto fühlen muss , der all seine Einkäufe mit Bus und Bahn erledigt Da geht soviel Zeit bei drauf, das ist fast wie ein Vollzeitjob.

Donnerstag, 27. August 2009

Rena Rama

Gestern Abend waren wir auf der Erstsemesterparty im Allhuset. War ein wirklich schöner Abend, auch wenn Timo das Geld zum Fenster rausgeschleudert hat und sich ein Bier für 4 Euro gekauft hat, nachdem er die Thekenfrau gefragt hat welches schwedische Bier sie denn empfiehlt. Klar dass sie zum teuersten auf der Liste tendiert. Davor haben wir 2 Bier für 3,80 bekommen....soviel dazu. Und das "Super-Luxus-Bier" war nichtmal lecker. Wie gut dass sonst ich das Geld verwalte. ;-)
Da ist dann gegen 22 Uhr die schwedische Band "Rena Rama" aufgetreten - und die waren mal wirklich klasse. Reinhören kannst du hier.
Hab ich übrigens schon von unserem tollen Badezimmerlicht erzählt? Das ist ein solches Super-Schönmachlicht das ist kaum zu glauben. Da siehst du gleich einige Nuancen brauner aus als du wirklich bist und scheinst eine makkelose Haut zu haben. Da möchte man das Badezimmer fast gar nicht mehr verlassen und traut sich kaum noch in andere Spiegel mit grellem Licht drüber zu schauen, die dann die Wahrheit ans Licht bringen. Hier fühlt man sich also jeden Tag wunderbar!
Heute wird Möhrchengulasch gekocht, mal sehen wie das Hackfleisch hier ist.

Många hälsningar!


Mittwoch, 26. August 2009

Wäsche waschen

Gestern haben wir zum ersten Mal den Waschraum unseres Wohnheims benutzt um unsere Wäsche zu waschen. Zwar war es anfangs etwas kompliziert herauszufinden wie die Waschmaschinen funktionieren - steht ja alles auf schwedisch da drauf, aber letzendlich kam unsere Wäsche sauber und gut duftend ohne dass was eingelaufen ist wieder heraus. Danach noch schnell in den Trockenschrank und schwuppdiwupp Wäsche gewaschen und getrocknet in nur 2 Stunden! Und damit man gleich 2 verschiedene Sorten von Wäsche waschen kann, bekommt man sogar 2 Waschmaschinen gleichzeitig zur Verfügung. Davon träumt jede Hausfrau. Jetzt müssen wir nur noch irgendwann mal rausfinden wie der Bügelautomat funktioniert. Übrigens hat hier so ziemlich jeder zum Waschen eine blaue Ikea-Tasche als Wäschekorb bei - sehr praktisch. Hatte ich mich anfangs schon geärgert, dass ich meine zu Hause vergessen hatte und wir hier schon bei Ikea einkaufen waren ohne eine neue mitzunehmen - aber siehe da, was haben Klaus und Bärbel am Sonntag aus ihrem Speditionswagen geholt? Ja richtig, hatte ich doch einen Teil meiner Klamotten in eben jene Ikea-Tasche gepackt. Man, man....ich werd auch nicht jünger, aber so gabs an dem Tag wenigstens eine Überraschung.
Ansonsten gibts mal wieder ein paar schöne Bilder von unserem gestrigen Waldspaziergang. Direkt hinter unserem Wohnheimfenster fängt ein großes, teilweise bergiges Waldgebiet an, seeehr gemütlich da. Und in nur 15 Minuten ist man auch schon am Wasser. Hier in dieser Ecke stehen auch die typischen schwedischen Holzhäuser - hier fühlt man sich ganz wie im Schweden fernab von der Großstadt Stockholm.



Übrigens können wir nun endlich seit diesem Moment zu zweit im Internet sein - haben soeben unseren neuen Switch gekauft, in dem wir uns nun beide einstöpseln können - hat uns auch nur "läppische" 20 Euro gekostet. Na wenigstens hat Klaus uns den Router (mit dem es nicht funktioniert hat) nun doch nicht ganz umsonst mitgebracht, weil für den Switch brauchten wir noch ein drittes Netzwerkkabel (zwei hatten wir ja in weiser Voraussicht aus Tyskland mitgenommen) und das war schön fein säuberlich zusammengerollt beim Router mit dabei.
Was sich dagegen noch schwieriger gestaltet als das Kaufen eines Switches, ist das Kaufen eines Besens. Ich erwähnte ja glaube ich irgendwann schonmal, dass es hier keinen Besen im Wohnheim gibt - also wollten wir heute einen kaufen, damit wir nicht im Dreck versinken. Aber leider Fehlanzeige. Hier gibt es nirgendwo Besen zu kaufen, nicht im Supermarkt, nicht in der Innenstadt....ich bin mehr als verzweifelt. Wenn uns also irgendjemand etwas gutes tun möchte: Schickt uns einen Besen! Und zwar möglichst schnell, denn die Dreckberge werden immer höher und höher!

Dienstag, 25. August 2009

Diplomatische Krise in Schweden

Da hört man eigentlich über Schweden nie was in den Nachrichten, doch kaum sind wir in Schweden angekommen, befindet sich das Land in einer diplomatischen Krise mit Israel. Nähere Infos kannst du hier nachlesen.

Oma Gretchens Geburtstag














Dieser Beitrag ist exklusiv für Timos Oma, die am Sonntag Geburtstag hatte und unseren Blog in ausgedruckter Form dank Gertrud auch mitverfolgt: Wir wünschen dir nachträglich alles alles Gute zu deinem Geburtstag! Du hast hoffentlich schön gefeiert und leckeren Kuchen gegessen. Fühl dich herzlich von uns gedrückt!

Montag, 24. August 2009

Speditionsfirma "Klaus und Bärbel Logistics"















Gestern Spätnachmittag war es dann tatsächlich endlich soweit: Der Speditionswagen mit unseren Sachen ist eingetroffen - übrigens sehr weiterzuempfehlen diese Speditionsfirma. Sie zeichnen sich nicht nur durch einen reibungslosen und schnellen Transport aus, nein es gibt sogar einen Willkommensdrink aus kristallenen Sektgläsern zur Feier des Tages. Selbst als sie einen Teil der bestellten Ware wieder mitnehmen mussten war das fast ohne murren möglich. Das nenne ich mal echten Kundenservice.
An dieser Stelle nochmal einen herzlichen Dank an euch zwei: Klaus und Bärbel!

Heute waren wir dann mal wieder in der Uni, um Timo für den schwedisch-Kurs anzumelden. Und als wäre es anders zu erwarten gewesen mussten wir mal wieder 1,5 Stunden anstehen nur um einen Zettel abzuholen auf dem Timos Name und der zu besuchende Kurs mit Terminen vermerkt ist. Und dazu bestellt die Uni Stockholm alle (und das sind einige hundert) Austauschstudenten in einer Zeitspanne von 3 Stunden zu sich her, hätte man auch anders lösen können. Aber so scheint das hier immer zu sein, egal wo man sich anmelden oder eintragen muss, es sind stets hunderte die in der Reihe warten - selbst bei der Party letztens mussten wir ne halbe Stunde anstehen.
Abends haben wir dann zum ersten mal richtig gekocht, nun sind ja unsere Sachen angekommen und wir können loslegen. Und errätst du was es gab? Richtig! Spaghetti mit Tomatensoße! Aber selbst das schmeckt hier irgendwie anders als zu Hause. An das essen hier muss ich mich echt noch gewöhnen. Mal sehen wie die Pfannkuchen werden die für morgen geplant sind.


Sonntag, 23. August 2009

Fika

Heute ist der ganze Tag eine einzige "Fika" - schwedisches Wort für Kaffeepause. Wobei die Schweden damit nicht nur das Kaffeetrinken, sondern gleichzeitig das gesellige Beisammensein meinen. Dazu gibt es dann manchmal noch kleine Törtchen oder die Kanelbullar (schwedische Zimtschnecke). Unsere Fika besteht heute eher aus Warten auf unsere Speditionsfirma (zwar will diese erst am Abend eintreffen, aber da wir sie auf keinen Fall verpassen wollen bleiben wir lieber zu Hause), Tee, Snabb-Kaffee (Timos neues Lieblingsgetränk: Instantkaffee) und etwas Langeweile.
Gestern habe ich mein Buch (Ken Follet "Die Tore der Welt") leider zuende gelesen. Bei so guten Büchern finde ich es immer etwas traurig dem Ende zu begegnen und versuche es manchmal sogar etwas hinauszuzögern. Bei manchen Büchern könnte man ewig weiterlesen...
Und nun sitze ich hier und hab grad nichts mehr zu lesen, obwohl ich mir grade nichts besseres vorstellen könnte. Aber noch ein paar Stunden dann kommt der Lesenachschub.