Freitag, 28. August 2009

Herman der Besen

Das ist Herman der Besen - mein neuer Wegbegleiter!
Ihn zu bekommen hat mich ganz schön Nerven gekostet. Die Odyssee begann gestern Nachmittag als wir uns auf den Weg zu einem schwedischen Baumarkt gemacht haben. Hat auch soweit erstmal alles ganz gut geklappt, richtige Bahn genommen, dann ein Stückchen zu Fuß weitergelaufen...von weitem sahen wir sogar schon das Baumarkt-Schild und ich jubelte innerlich - so kurz vorm Ziel. Aber je näher wir kamen desto merkwürdiger wurde es. Der angebliche "Baumarkt" hatte sein Schild an einem großen mehrstöckigen Bürogebäude. Sehen die Baumärkte hier etwa SO aus? Nein, irgendwas stimmte da nicht. Letztendlich stellte sich dann heraus, dass ich wohl nicht die Adresse einer Baumarktfiliale herausgesucht hatte, sondern die der Bürozentrale dieses Baumarktes. Einen Besen konnte man hier jedenfalls nicht kaufen. Nagut, schien uns der Mut schon fast zu verlassen, aber mir fiel ein, dass ja hier irgendwo in der Nähe (4-5 km weiter) ein Bauhaus angesiedelt sein sollte. Tja nur in welcher Richtung war dieser denn nun? Rechts? Links? Wenn wir das mal wüssten. Oh da kommt ein Bus angefahren der hier nur alle 30 Min hält. Jetzt oder nie! Nicht lange überlegt und gefackelt - rein da. Gucken wir halt was wir während der Fahrt ins Ungewisse so finden. Irgendwann sehen wir sogar in weiter Ferne den ersehnten Bauhausschriftzug. Wir bleiben mal einfach noch im Bus sitzen in der Hoffnung, dass dieser uns schon zum Ziel bringen wird. Doch das Ziel kam dann schneller als erwartet, der Bus hatte seine Endstation erreicht und der Busfahrer guckte uns etwas irritiert durch seinen Rückspiegel an, nachdem wir als einzige im Bus sitzen geblieben waren und jetzt erst bemerkten dass hier Endstation ist. Nun hätten wir ja einfach in einen nächsten Bus steigen können der uns vielleicht zum Ziel bringt, aber das wäre ja auch zu einfach gewesen, also entschieden wir uns fürs laufen. Berg rauf, Berg runter, die Straße entlang, noch einen Berg rauf - Da hinten! Ich kann ihn schon wieder sehen, den Schriftzug! Aber ohweh zwischen uns und dem Bauhaus: Wasser! Wir entscheiden uns gegen das rüberschwimmen, denn wieder mal in etwas Ferne erblicken wir eine große Brücke auf der Autos fahren. Da müssen wir rüber! Doch wie um alles in der Welt kommen wir da hoch? Also wieder einen langen bergigen Weg zurückgelegt, allmählich geht mir die Puste aus und ich bekomme Hunger. Irgendwann - mir kommt es wie eine Ewigkeit vor - erreichen wir die Brücke und Stück für Stück kommen wir dem Ende und somit unserem Bauhaus entgegen. Jetzt sind es nur noch ein paar Schritte bis zur Eingangstür und eine Welle der erleichterung macht sich breit. Nachdem wir eine Weile kreuz und quer durch den Baumarkt gelaufen sind und Ausschau nach der Besenabteilung gehalten haben sehe ich plötzlich die ersten Borsten hervorblitzen. Da hinten sind sie! Hurra! Alles in mir jubelt vor lauter Freude und fast werden meine Augen etwas feucht - da ist er: Mein neuer Besen Herman! Ab jetzt sind die Dreckberge in Küche, Flur und Zimmer Vergangenheit.
Jetzt steht nur noch der Heimweg an, der sich zwar etwas einfacher gestaltet als der Hinweg, weil wir eine neue Variante gefunden haben, aber auch hier sind letztendlich ein paar Komplikationen aufgetreten.
So allmählich fange ich an zu begreifen wie sich ein HartzIV-Empfänger ohne Auto fühlen muss , der all seine Einkäufe mit Bus und Bahn erledigt Da geht soviel Zeit bei drauf, das ist fast wie ein Vollzeitjob.

1 Kommentar:

  1. yvonne (lieblings schwester von timo)2. September 2009 um 20:31

    mmh naja ich muss euch wohl mal in die welt der hartz 4 empfänger einweihen ;-) die meisten von denen haben ein auto oder wer keins hat fährt halt mal ebend mit dem taxi zum supermarkt zum einkaufen ja so sieht sie es aus das leben von den lieben hartz 4ern ;-)

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