Montag, 17. August 2009

Es geht los!

Nach einer nervenaufreibenden Hinfahrt - erst mit dem Auto von Bremen nach Hamburg Lübeck im stockenden Verkehr, dann etwas Wartezeit auf den Flug, nach einer Weile startet das Flugzeug und landet nach kurzer Zeit in Arlanda, dann 1,5 Stunden Busfahrt nach Stockholm, unser Hotel für die erste Nacht gesucht - sind wir dann endlich angekommen.
Am nächsten Morgen geht es dann gleich weiter zum Housing Office an der Uni um dort unseren Schlüssel für das Wohnheim Kungshamra abzuholen. Das klappt glücklicherweise alles ohne Probleme. Dafür hat so manch anderer Austauschstudent umso mehr Probleme, weil er immer noch ohne Unterkunft ist. Couchsurfen, im Auto schlafen, heimlich in Hostels ohne zu zahlen unterkommen, all das bleibt uns gottseidank erspart. Einmal mehr wissen wir es sehr zu schätzen dass wir das Glück hatten und uns eine Wohnung zugeteilt wurde.
Nun aber schnell ins Wohnheim und das Zimmer angucken, wir sind so gespannt! Und vor allem Taschen und Rucksäcke ablegen, endlich! Auf der Suche nach unserem Wohnheim treffen wir eine weitere Austauschstudentin aus der Schweiz die ebenfalls gerade ihre neue Unterkunft sucht. An Haus Nr. 51 angekommen werden wir gleich nett Willkommen geheißen von 2 Studenten asiatischer Herkunft. Ich gewöhne mir jetzt an sie Asiaten zu nennen, sonst schimpft Timo immer mit mir wenn ich Chinesen sage, dabei meine ich das wirklich nicht böse. Obwohl ich diesmal sogar richtig liege und es tatsächlich ein paar Chinesen sind, die mit uns auf dem Korridor wohnen.
Jetzt nur noch unser Zimmer suchen und gucken welcher der Schlüssel der richtige ist. Ich bin jetzt übrigens von Timo zum MOK ernannt worden - Manager of the key; ist vll. auch sicherer so. Also ist es nicht so als dass ich hier nichts zu tun hätte, ich habe die wichtige Aufgabe des MOK und bin gleichzeitig Familienmanagerin (auch wenn wir strenggenommen aus soziologischer Sicht gar keine Familie sind). Ich bin gespannt was in den nächsten Wochen noch so für Aufgaben dazukommen.
Tadaaa da ist es: Unser Zimmer für die nächsten 5 Monate! Und es ist wirklich ok, es ist halbwegs sauber, hat ein eigenes Badezimmer und wir haben wohl einen der schönsten Ausblicke des ganzen Wohnheims. Unser Fenster liegt direkt an dem angrenzendem Waldgebiet, sehr idyllisch. Hier kann man es aushalten für die nächste Zeit. Und da wir von Natur aus neugierig sind schauen wir uns nun erstmal unsere Küche an, die wir mit 12 (oder vll. sind es auch mehr? Wer weiss das schon) anderen Studenten teilen. Großer Schock! War das Zimmer eben noch so schön, ist die Küche dagegen ein reines Schlachtfeld. Hygiene und Sauberkeit wird hier ganz winzig geschrieben. Überall Dreck von vielen Wochen, Geschirr steht viel rum, die Kühlschränke sind ein einziges Chaos mit Schimmelkulturen, die Tiefkühlschränke total vereist, am Fußboden klebt man fast fest....einen Besuch vom Gesundheitsamt würde diese Küche nicht überstehen, sofortige Schließung! ;-) Aber gut, da müssen wir jetzt durch und das beste draus machen. Und wär ja gelacht wenn wir das nicht hinkriegen würden!
Leider oder gottseidank - das kann man so oder so sehen - ist in unserem Zimmer keine Bettdecke vorhanden. Also ab mit dem kostenlosen Shuttle-Bus zu Ikea! Jetzt wird erstmal eingekauft um uns wenigstens etwas wohnlich einzurichten. Oh hier gibt es die gleichen Gardinen wie bei uns daheim in Tyskland, die nehmen wir! Passend dazu einen kleinen Teppich, dann eine Tischdecke und die typischen bunten Ikea-Becher. Ein paar Kerzen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Bei MediaMarkt gegenüber wird dann erstmal noch ein Wasserkocher eingekauft. Alles das billigste vom billigen, aber es muss ja auch nur 5 Monate halten. ;-)



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