Samstag, 22. August 2009

Wochenende

Heute ist Wochenende und wir machen - nach langem ausschlafen von der "Party" gestern (die "Party" war eine Austauschstudenten-Willkommens-Kennlernparty) - endlich mal fast nichts, außer mit dem Bus zum Einkaufen fahren und den Wald, der sich hinter unserem Wohnheimfenster verbirgt zu erkunden. Im Wald liegt sogar ein kleines Freibad - schade dafür ist es mir jetzt eigentlich schon etwas zu kalt. Wäre es ein Hallenbad gewesen hätte das sicher zu meinem Vorsatz regelmäßig schwimmen zu gehen beigetragen. (Falls du, Iris, das hier gerade liest, dann bleib wenigstens du wacker und halte durch! In Gedanken werde ich jeden Montag-Abend bei dir sein. ;-) ) Aber vll. findet sich ja hier in der Nähe noch ein Hallenbad - ich bleibe am Ball und bin auf der Suche!
Nur noch einen Tag überstehen, dann kommen endlich unsere restlichen Sachen von unserer familieneigenen Speditionsfirma "Bärbel & Klaus Logistics" angefahren. Dann hat das allmählich ekelig werdende "Fertigessen" endlich ein Ende und wir können wieder kochen, sofern das in der Siffküche möglich ist. Seit Donnerstag liegt in der Küche ein Zettel vom Hausmeister oder wem auch immer, dass aufgeräumt werden soll. Ja da bin ich auch für. Aber leider gibt es hier nur einen halb-kaputten-Staubsauger, der unheimlich laut ist. Also ehrlich, so ein Monster von Staubsauger habe ich noch nie erlebt. Da traut man sich kaum den anzuwerfen. Sowas wie einen Besen gibt es hier leider nicht, also nicht verwunderlich warum das hier so ein Dreckstall ist.

Freitag, 21. August 2009

Einkaufen

Die Zeiten des unbeschwerten Einkaufens sind vorbeigezogen - hier setzt man sich nicht mal eben ins Auto und fährt los, sondern sucht sich erstmal die billigeren Supermärkte heraus und fährt dann mit Bus oder Metro zum Ziel. Das führt natürlich dazu, dass man immer nur kleine Mengen einkaufen kann, weil ja der sonst so praktische Kofferraum nicht mehr vorhanden ist und man alles selbst tragen muss. Ach wir sind schon ganz schön verwöhnt. Und nun denke ich gerade etwas wehmütig an mein Auto zurück - nicht weil ich den Luxus des Autofahrens vermisse, sondern eher weil ich weiss, dass ich es nie wiedersehen werde. Noch ein paar Tage dann landet es auf dem Autofriedhof und wenn wir wiederkommen wartet schon die Nachfolgerin Emma auf uns, die dann auch gleich im Januar mit uns auf große Reisen fährt, um unsere Sachen hier in Schweden abzuholen. Aber an die Rückfahrt will ich eigentlich noch gar nicht denken, denn im Moment gefällt es uns hier ganz gut.
Aber zurück zu den Supermärkten. Hier in der Nähe ist leider nur ein recht teurer coop. Wo wir bisher wenigstens etwas günstiger einkaufen waren ist LIDL und Willy:s. Besonders teuer ist hier das Mineralwasser, da bekommt man die Flasche nur zwischen 6 und 10 Kronen (ca. 60 cent und 1 Euro). Vor allem gibt es hier kaum welches zu kaufen (außer mit Geschmack - in allen möglichen Sorten). Mit etwas Glück kann man im Supermarkt zwischen 2 Sorten Wasser wählen. Die Schweden trinken entweder gar kein Wasser oder eben nur aus der Leitung, was hier jedoch sehr gut sein soll.
Dafür gibt es hier Postkarten für nur 10 cent zu kaufen, damit haben wir nun auch erstmal unsere kahlen weissen Wände im Wohnheimzimmer geschmückt.
Auch die Größenordnungen sind hier etwas anders als bei uns, so gibt es hier 3 kg-Pakete Nudeln oder 10 kg Pakete Zucker.


Donnerstag, 20. August 2009

Djurgården

Djurgården ist ein Stadtteil und Parkgebiet auf einer östlichen Halbinsel Stockholms. Hier ist es wirklich idyllisch, viel grün um einen herum, mit einem großen Waldgebiet. Auf der Insel gibt es einige Museen und sogar einen kleinen Freizeit- und Vergnügungspark. Was wir uns noch ansehen wollen ist Skansen, das Freilichtmuseum, aber hierfür waren wir heute zu spät da - denn etwas Zeit sollte man dafür schon einplanen.
Stattdessen sind wir ein bisschen umhergeschlendert und haben uns die unzähligen Segelboote angeschaut. Und da wirklich viele Stockholmer ein eigenes Boot besitzen, sieht man auch demensprechend überall in Stockholm wo Wasser ist Schiffe in allen möglichen Formen und Größen. Es ist wirklich schön, stets Wasser um sich zu haben. Und die vielen Segelschiffe - für Timo ein Traum.





Mittwoch, 19. August 2009

Södermalm

Heute fangen die Orientation Days an der Uni an, die insgesamt drei Tage dauern. Timo ist auf Stadtrundfahrt und ich habe sturmfreie Bude. Am Nachmittag treffen wir uns und erkunden die Insel Södermalm, Stockholms ehemaliges Arbeiterviertel und mittlerweile zu einem angesagten Stadtteil mit alternativem Flair geworden.

Wenn du hier des öfteren von Inseln liest, liegt das daran, dass Stockholm aus mehreren Inseln die miteinander verbunden sind, besteht. Stockholm besteht außerdem zu je einem Drittel aus Wasser, Stadt und grünen Flächen (Wälder, Parks, ...)

Das ist die Tür zum kleinsten Theater in Stockholm mit nur 12 Sitzplätzen, angesiedelt auf der Insel Södermalm.
















Ausblick von Södermalm.

Dienstag, 18. August 2009

Der zweite Tag im Wohnheim

Die erste Nacht in unserem neuen Heim war besser als gedacht, das kleine Bett ist zwar nicht der Superhit, aber es ist okey. Heute sind wir dann erstmal in die Innenstadt gefahren und haben uns eine schwedische Prepaid-Handykarte gekauft, ein bisschen umgeguckt was es so gibt und anschließend noch kurz durch die Gamla Stan geschlendert. Die Gamla Stan ist die Altstadt in Stockholm und die Gebäude sind alle noch sehr gut erhalten, auch wohl deshalb weil Schweden seit 200 Jahren in keinen Krieg mehr verwickelt war. Gamla Stan ist wirklich ein hübsches Fleckchen, allerdings zu dieser Jahreszeit gerade total überschwemmt mit Touristen.
Am Abend haben wir dann zwei chinesische und einen deutschen Studenten unseres Korridors kennengelernt. Und mein Englisch ist wirklich grottig. Wenn ich nach den 5 Monaten so fließend Englisch sprechen kann wie die drei, dann bin ich glücklich. Glücklicherweise habe ich Timo ja an meiner Seite, der mir zur Not sprachlich unter die Arme greifen kann.

Montag, 17. August 2009

Es geht los!

Nach einer nervenaufreibenden Hinfahrt - erst mit dem Auto von Bremen nach Hamburg Lübeck im stockenden Verkehr, dann etwas Wartezeit auf den Flug, nach einer Weile startet das Flugzeug und landet nach kurzer Zeit in Arlanda, dann 1,5 Stunden Busfahrt nach Stockholm, unser Hotel für die erste Nacht gesucht - sind wir dann endlich angekommen.
Am nächsten Morgen geht es dann gleich weiter zum Housing Office an der Uni um dort unseren Schlüssel für das Wohnheim Kungshamra abzuholen. Das klappt glücklicherweise alles ohne Probleme. Dafür hat so manch anderer Austauschstudent umso mehr Probleme, weil er immer noch ohne Unterkunft ist. Couchsurfen, im Auto schlafen, heimlich in Hostels ohne zu zahlen unterkommen, all das bleibt uns gottseidank erspart. Einmal mehr wissen wir es sehr zu schätzen dass wir das Glück hatten und uns eine Wohnung zugeteilt wurde.
Nun aber schnell ins Wohnheim und das Zimmer angucken, wir sind so gespannt! Und vor allem Taschen und Rucksäcke ablegen, endlich! Auf der Suche nach unserem Wohnheim treffen wir eine weitere Austauschstudentin aus der Schweiz die ebenfalls gerade ihre neue Unterkunft sucht. An Haus Nr. 51 angekommen werden wir gleich nett Willkommen geheißen von 2 Studenten asiatischer Herkunft. Ich gewöhne mir jetzt an sie Asiaten zu nennen, sonst schimpft Timo immer mit mir wenn ich Chinesen sage, dabei meine ich das wirklich nicht böse. Obwohl ich diesmal sogar richtig liege und es tatsächlich ein paar Chinesen sind, die mit uns auf dem Korridor wohnen.
Jetzt nur noch unser Zimmer suchen und gucken welcher der Schlüssel der richtige ist. Ich bin jetzt übrigens von Timo zum MOK ernannt worden - Manager of the key; ist vll. auch sicherer so. Also ist es nicht so als dass ich hier nichts zu tun hätte, ich habe die wichtige Aufgabe des MOK und bin gleichzeitig Familienmanagerin (auch wenn wir strenggenommen aus soziologischer Sicht gar keine Familie sind). Ich bin gespannt was in den nächsten Wochen noch so für Aufgaben dazukommen.
Tadaaa da ist es: Unser Zimmer für die nächsten 5 Monate! Und es ist wirklich ok, es ist halbwegs sauber, hat ein eigenes Badezimmer und wir haben wohl einen der schönsten Ausblicke des ganzen Wohnheims. Unser Fenster liegt direkt an dem angrenzendem Waldgebiet, sehr idyllisch. Hier kann man es aushalten für die nächste Zeit. Und da wir von Natur aus neugierig sind schauen wir uns nun erstmal unsere Küche an, die wir mit 12 (oder vll. sind es auch mehr? Wer weiss das schon) anderen Studenten teilen. Großer Schock! War das Zimmer eben noch so schön, ist die Küche dagegen ein reines Schlachtfeld. Hygiene und Sauberkeit wird hier ganz winzig geschrieben. Überall Dreck von vielen Wochen, Geschirr steht viel rum, die Kühlschränke sind ein einziges Chaos mit Schimmelkulturen, die Tiefkühlschränke total vereist, am Fußboden klebt man fast fest....einen Besuch vom Gesundheitsamt würde diese Küche nicht überstehen, sofortige Schließung! ;-) Aber gut, da müssen wir jetzt durch und das beste draus machen. Und wär ja gelacht wenn wir das nicht hinkriegen würden!
Leider oder gottseidank - das kann man so oder so sehen - ist in unserem Zimmer keine Bettdecke vorhanden. Also ab mit dem kostenlosen Shuttle-Bus zu Ikea! Jetzt wird erstmal eingekauft um uns wenigstens etwas wohnlich einzurichten. Oh hier gibt es die gleichen Gardinen wie bei uns daheim in Tyskland, die nehmen wir! Passend dazu einen kleinen Teppich, dann eine Tischdecke und die typischen bunten Ikea-Becher. Ein paar Kerzen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Bei MediaMarkt gegenüber wird dann erstmal noch ein Wasserkocher eingekauft. Alles das billigste vom billigen, aber es muss ja auch nur 5 Monate halten. ;-)