Freitag, 6. November 2009

Ein Glas Wein, ein gutes Essen und gute Unterhaltung.

Es gibt doch kaum etwas schöneres als abends irgendwo in gemütlicher Atmosphäre zu sitzen, ein Glas Rotwein zu trinken und ein leckeres Essen vor sich zu haben. Dabei den Tag ausklingen lassen und sich gut unterhalten. Da kommen manchmal Themen bei rum, das denkt man vorher nicht.
Wir sitzen an einem großen Tisch, in der Mitte des Tisches wächst ein Baum und man findet Basilikum, Rosmarin, welches man sich selbst abzupfen kann, um das Essen noch zu verfeinern. Noch etwas Essig und Öl drüber geträufelt und es schmeckt mediterran und gut. Um uns herum ist viel los, wir teilen uns den Tisch mit anderen Leuten, aber dennoch hat man seine Ruhe. Es ist so die perfekte Lautstärke...es ist nicht zu laut, aber laut genug, dass die Nachbarn einen nicht verstehen. Das Konzept lautet hier: Essen bei Freunden. Ich fühle mich etwas als wäre ich inmitten einer Kochsendung von James Olliver. Obwohl nein, hier ist es zusätzlich gemütlich, das Licht wirft schöne Schatten und ist nicht zu aufdringlich, aber auch nicht zu dunkel.
Und wie wir den Abend so genießen und uns umschauen welche Zielgruppe hier eigentlich herkommt bzw. für welche es gedacht ist fangen wir an zu philosophieren. Eigentlich ist das Konzept hier eher offen für vieles, es gibt gesundes Essen, frisch zubereitet vor deinen Augen. Es ist ein Hauch mediterran und auch alternativ. Dennoch sind hier eher die Schickimickis von heute anzutreffen. Aber vielleicht ist es auch gerade für diese gedacht. Wir fühlen uns trotzdem wohl. Was ist überhaupt ein Schickimicki und wer bist du? Hier um uns herum gibt es ein paar Alternative, ein paar Alternativ-Schickimickis (so jemand wohnt zum Beispiel in Bremen Schwachhausen, obwohl dort auch normal Alternative wohnen) und dann sitzen hier aber auch die Billig-Schickimickis, die die Schickimicki sein wollen, aber nicht das nötige Geld dazu oder einfach keinen Geschmack haben. Diese Gruppe hüllt sich ein in Polyester-Kleidung, trägt goldene Gürtel und gefälschte Markenkleidung aus der Türkei. Dann gibt es da noch die Spießer-Schickimickis, meistens BWL-Studierte, mit Steppjacke und Hemd unterm Pullover. Und nicht zu vergessen die Sportlich-Schickimickis. Wir befinden uns in der Gruppe "Alternativ". Nun kann ich einige Leute einer der Gruppen zuordnen, doch gibt es immer noch welche die in keine Gruppe so richtig reinpassen wollen. Die Normalen? Doch was ist schon normal? Nein, die Bezeichnung passt nicht wirklich. Nennen wir sie hier an dieser Stelle mal die "Kleinbürgerlichen".
Warum ich das hier nun alles erzähle? Weiss ich auch nicht, das Thema hat uns nach diesem Abend noch ein wenig länger beschäftigt und wir hatten viel Spaß damit. Und in welche Gruppe würdest du dich einordnen? Und bist du auch tatsächlich in der Gruppe wo du sein möchtest?

Mittwoch, 4. November 2009

Hurra, es schneit!


Heute haben wir die ersten Schneeflocken gesichtet. Ein paar klitzekleine weiße Flöckchen haben sich auf unseren Winterjacken niedergelassen. Es war zwar nicht viel und dauerte auch nicht lang an, aber immerhin, wir haben die ersten Anzeichen von Schnee gesichtet!
Und für die Heimat in Deutschland besteht dieses Jahr ja vielleicht auch mal Hoffnung auf weiße Weihnacht. Zumindest die Chinesen bekommen sowas auf Knopfdruck hin - wär doch gelacht wenn sowas bei uns nicht auch funktioniert.
Edit sagt: Und die ersten Weihnachtskekse gabs nun auch dazu! Hmjam lecker!

Sonntag, 25. Oktober 2009

Wieder zurück in Sverige.

Nun sind wir schon wieder in Sverige angekommen, nach ein paar stressigen und zugleich schönen Tagen in Tyskland. Wir haben einiges erlebt und es war wirklich toll, aber wir freuen uns auch nun endlich wieder zu Hause in Stockholm zu sein.
Freitag Abend haben wir uns dann noch zum Spieleabend bei Niels und Marko in Bremen getroffen. Hätten ich vorher gewusst, dass gerade Freimarkt ist hätte ich die 4 Leutchen zu uns gelotst, dann hätten die sich durch die Menschenmassen am Hauptbahnhof schieben müssen. Wah wie kann man nur Spaß daran haben sich durch diese Massen zu quetschen und über den Freimarkt laufen? Von den "Partys" im Bayernzelt und in den Hallen mal ganz zu schweigen.
Naja ich sitz halt lieber gemütlich im Lagerhaus, trink ein Glas Rotwein und ess was leckeres oder treff mich zum Spieleabend. Diesmal hab ich übrigens gewonnen! Hurra!
Am Samstag gings dann noch zu Mamas Party, hier wusste auch niemand dass wir da sind und so gabs noch so manch eine Überraschung (besonders für die Omas und Opas). Und es gab wieder mal soo leckeres Essen. Mhjam. Und obwohl zwar nicht ich Geburtstag hatte, hab ich noch tolle selbstgemachte Stricksocken bekommen, einmal welche in RosaPink von Bärbel und einmal richtig lange mit Bommeln dran von Timos Oma (heißt es dann eigentlich Schwiegeroma für mich?)! Ich mag Bommelsocken!


(Ich habe heute übrigens einige Einträge nachgeholt zu schreiben, etwas weiter unten gibt es also noch viel zu lesen für dich.)

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Ein 50. Geburtstag und ein Auto was macht was es will!

Nachdem Marvin geschlagene 17 Minuten - ja ich hab auf die Uhr geguckt - unter der Dusche stand und weitere unendlich vorkommende Zeit im Bad verbracht hat, durfte dann auch ich irgendwann mal rein. Ja ich hab einen eitlen Bruder!
Nur noch ein paar Stündchen, dann lassen wir die große Überraschung steigen....ich bin schon so hibbelig und aufgeregt! Aber nun wird erstmal noch geskyped und so getan als wären wir in Schweden, was leider nicht ganz so optimal war, weil die Qualität diesmal miserabel ist. Nun keimt wohl doch wieder ein Fünkchen Hoffnung auf.
Mittlerweile haben wir das letzte Stück Zugfahrt hinter uns und sitzen ungeduldig bei meinen Elterm auf dem Sofa und warten drauf, dass Mama endlich vom Friseur kommt. Da, der Schlüssel dreht sich in der Tür. Wir hören wie sie reinkommt, aber noch immer hat sie nichts bemerkt. Und dann plötzlich, kaum schaut sie zur Wohnzimmertür hinein, gehts auch schon los....die Freudentränen purzeln (und das geht dann übrigens den ganzen Tag noch so weiter, jedesmal von neuen wenn sie wem am Telefon erzählt, dass wir da sind).
Die Überraschung ist gelungen!



Am späten Nachmittag wollten wir dann noch kurz unsere Sachen in Oyten abladen und unserer Wohnung einmal "Hallo" sagen, bevor wir uns Abends mit meinen Eltern zum Essen treffen wollten. Da mein Auto ja bereits auf dem Autofriedhof liegt und Emma erst kurz vor Weihnachten kommt, haben wir uns die alte Schrottkiste von Papa ausgeliehen. Wir sind gerade auf die Autobahn gefahren, da fing das Desaster an: Der Wagen gab kein Gas mehr und wir konnten gerade noch auf den Standstreifen rollen. Dort standen wir dann also - an unserem zweiten Tag den wir quasi nur unterwegs waren und kurz davor endlich mal wieder im eigenen zu Hause zu sein - auf der Autobahn. Das ein Auto mal macht was es will kannte ich zwar schon von meinem, aber auf der Autobahn bin ich bis jetzt noch nie liegen geblieben. Das ist wirklich nicht gerade angenehm wenn die Autos an einem vorbeirauschen *schauder*. Für Papa gabs dann in der Werkstatt leider auch keine positiven Nachrichten, nach 300.000 Kilometern hatte das Auto nun ausgedient und war nicht mehr zu retten. Essen gegangen sind wir dann aber trotzdem noch. Nur in unserer Wohnung, in der wir dann spät abends doch noch angekommen sind, haben wir uns nicht so heimisch gefühlt wie erhofft. Sie war eisekalt, viel zu groß und so leer, obwohl eigentlich alles drinstand wie sonst auch. Wir haben uns dann erstmal in das kleine blaue Zimmerchen zurückgezogen und dort mehr oder weniger die nächsten 2 Tage verbracht (zumindest in der Zeit wo wir zu Hause waren). Man gewöhnt sich doch schnell dran zusammen und glücklich auf 18m² zu wohnen.

Edit: Mir fällt gerade auf...hier gibts ja ein Tortenbild nach dem anderen in unserem Blog....bekommst du schon Hunger?

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Tyskland wir kommen!

Heute ist es soweit, nach 2 Monaten fliegen wir für einen Kurzurlaub in die Heimat. Wobei ich mir nicht sicher bin was nun eigentlich die Heimat ist. Im Moment zumindest fühlt sich Stockholm mehr als Heimat an.
Anlass ist der 50. Geburtstag meiner Mama, die wir überraschen wollen. Damit ihr die Vermutung, dass wir vielleicht überraschend auftauchen würden genommen wird, haben wir bereits im Vorfeld ein Päckchen abgeschickt mit einem selbstgemalten Poster in Lebensgröße von mir, damit sie mich trotzdem da hat auch wenn ich nicht kommen kann. Dann noch schnell mit ihr für morgen früh zum skypen verabredet, damit auch das letzte Fünkchen Hoffnung zerstört wird. Nun aber ab auf den Weg, denn das Flugzeug wartet schließlich nicht. Uff sind die Taschen mal wieder schwer geworden, wie gut dass wenigstens ein paar Rollen drunter sind.
Den ersten großen Unterschied sehen wir schon aus dem Flugzeug heraus.....sah man in Schweden nur Wälder und viel Wasser, so stachen in Deutschland gleich die akurat angelegten Felder ins Auge. Quadratisch, eins neben dem anderen, dazwischen manchmal vereinzelt Bäume. Schon jetzt möchte ich eigentlich am liebsten wieder umkehren. Doch irgendwie freue ich mich schließlich auch auf Tyskland - zumindest darauf alle lieben Leutchen mal wiederzusehen.
Gegen frühen Abend landen wir dann schließlich in Hamburg-Lübeck, dann noch schnell mit dem Bus nach Hamburg Hauptbahnhof gejuckelt und nun heißt es warten. 4 lange Stunden warten, darauf dass Marvin (der bis dahin noch jobmäßig eingeplant war) uns abholt. So eine Zeit kann ganz schön lang werden, wenn man eh schon seit morgens unterwegs war in Bussen, Bahnen und Flugzeugen. Aber wir haben das Beste draus gemacht und sind von einem Cafe ins nächste getingelt, bis wir schließlich im Vapiano hängen geblieben sind und dort einen gemütlichen und sehr leckeren Abend verbracht haben. Zwei Gläser Rotwein später kam dann auch Marvin, der uns zu sich nach Hause gebracht hat, wo wir diese Nacht schlafen konnten.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Verzichten kann auch schön sein.

Wie ist eigentlich das Leben wenn man auf so viele Dinge, die einen sonst wie selbstverständlich umgeben, verzichten muss? Was fängt man mit der Zeit an, wenn sie plötzlich da ist?

Nun sind wir schon 2 Monate hier in Schweden und in einem weiteren halben Monat feiern wir schon unser Bergfest. Zeit für ein kleines Resume, wie wir die fast erste Halbzeit heile überstanden haben und immer noch glücklich sind.
Bevor es losging denkt man ja schon - trotz aller enthusiastischer und vielleicht sogar etwas naiver Vorfreude - darüber nach wie es wohl werden wird, in einem fremden Land mit fremder Sprache, in einem 18m² kleinen Zimmer zu Zweit, weit weg von allen Menschen und auch Dingen die einem lieb sind, ohne Beruf (was tut man denn dann überhaupt die ganze Zeit?), vielleicht (oder sogar ganz bestimmt) kommt Langeweile auf, dann wird die Zeit vielleicht nicht zur lang ersehnten Freiheit und Selbsterfahrung, sondern zum Alptraum der hoffentlich schnell vorüber geht.
Ein Alptraum ist aus dem neuen Leben nicht geworden. Alle Sorgen waren unbegründet - wie meistens.
Wir können uns hier in Verzicht üben und sind trotzdem glücklich. Wenn ich jetzt so an unser zu Hause denke und mal so überlege was dort in unserer doch recht geräumigen Wohnung so alles zu finden ist, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln wozu man das alles braucht. Die Schränke sind vollgestopft mit Kram den die Welt nicht braucht und trotzdem kann man sich nicht davon trennen. Aber wieso funktioniert das denn dann trotzdem hier? Vielleicht weil ich weiss, dass ich alles bald wiederhaben werde und es sich um einen begrenzten Zeitraum des Verzichts handelt? Hier wäscht man das Geschirr per Hand, eine Badewanne gibt es natürlich auch nicht und die Einkäufe werden mit dem Bus erledigt anstatt mit dem Auto zu fahren. Hier gibt man sich sogar damit zufrieden auf dem Laptop Fernsehen zu gucken, wo ständig das Bild stehen bleibt und man so ganze Filmausschnitte lang nur noch den Ton hört. Zu Hause würde mich sowas wahnsinnig machen, aber hier ist man ja irgendwie froh, dass man überhaupt deutsche Sender empfangen und so den einen oder anderen Tatort schauen oder besser gesagt hören kann. Man ist mit kleinen Dingen leicht zufrieden zu stellen.
Und wie ist das nun zu zweit auf 18m²? Das kann doch eigentlich nicht gut gehen oder? Doch! Die Chinesen schaffen es ja schließlich auch zu Hauf auf engstem Raum zu leben. Und mit etwas Rücksichtsnahme beiderseits und einem liebevollen Umgang miteinander ist das kein Problem und wird auch in den restlichen 3 Monaten keins werden.
Auch Langeweile hat sich bisher bei mir nur einen Tag lang breit gemacht. Irgendwie gehen die Tage hier trotz viel Zeit so schnell um wie im Flug. Man hat endlich mal Zeit lange zu duschen und im Badezimmer rumzutrödeln, viel zu lesen (7 Bücher sind schon durchgelesen), seinen Gedanken nachzujagen, viel spazieren zu gehen, eine neue Stadt langsam und von vielen Seiten kennenzulernen, jeden Tag richtig zu kochen, mal ein Stündchen länger zu schlafen wenn einem danach ist, seinen Schnupfen in Ruhe auszukurieren und sich nicht mit Erkältung zur Arbeit quälen zu müssen, weil man ja dringend gebraucht wird weil grad eh so viele krank sind, abends lange aufzubleiben und nicht um 22 Uhr schon vor lauter Müdigkeit ins Bett zu fallen.
Eigentlich tut es mal ganz gut auf den ganzen Kram der einen sonst umgibt zu verzichten und sich ganz anderen Dingen zu widmen. Ich bin mal gespannt was ich zu Hause dann tatsächlich alles ausmisten werde!

Sonntag, 11. Oktober 2009

Hurra! Timo wird 30!


Nach langem Warten ist es heute endlich so weit und Timo wird 30! Vorm Fegen hat er sich zwar erfolgreich nach Schweden verdrückt, aber vor dem älter werden gibt es kein Versteck!
Den Kuchen auf dem Bild gab es zwar bereits vor 2 Jahren, aber dafür gibt es dieses Mal einen echten exklusiv selbstgekauften anstatt selbstgebackenen Kuchen. Hmm lecker! Sowieso ist diesmal alles etwas provisorischer: So hatte Yvonne zum Beispiel grad nur noch Weihnachtsgeschenkpapier zur Hand, aber das ist ja nicht so schlimm, denn wozu hat Geschenkpapier denn zwei Seiten? Also kurzerhand auf links eingepackt. Die Idee muss ich mir merken.

Tolle Geschenke gabs natürlich auch:
Eine Schlossbesichtigung...

...und ein Candelight-Dinner von Yvonne,

ein Saunabesuch, einmal Arbeitsspeicher für den Mac, ein Buch übers Segeln, Duschgel, ganz viele Pringles, Taschenwärmer für die bald kommende Kälte und einen Gutschein für den Segelkurs im Frühjahr.
Timo, zu deinem Geburtstag alles Gute! Du bist und bleibst trotz der nun kommenden Falten und grauen Haare der beste Mann der Welt!

Freitag, 9. Oktober 2009

Onsdagspub

Versteht einer die schwedische Post!
Nun hat es heute doch mal an der Tür geklingelt und es wurde gerade noch rechtzeitig das Päckchen von meinen Eltern für Timos Geburtstag am Sonntag abgegeben. Ich dachte die tragen hier keine Päckchen aus und man muss sie sich immer selbst abholen. Jedenfalls steht hier nun dieses verlockende Päckchen und ich sterbe vor Neugier. *seufz* Es ist zwar nicht für mich, aber neugierig bin ich trotzdem was drin ist. Und nun soll es hier noch bis Sonntag unangetastet rumstehen.
Oh und ein Zettel zum Paketabholen liegt auch noch im Postkasten! Ein Paket von Yvonne wartet auf der Poststation auf uns...äh Timo. Hurra! Welch eine Überraschung! Ja Schwestern können manchmal richtig nett sein, das weiss ich aus eigener Erfahrung, bin schließlich auch eine. Dann stehen hier also nachher 2 Pakete bis Sonntag rum. Das ist ja schlimmer als die Spannung auf Adventskalender-Päckchen.

Vorgestern Abend waren wir übrigens mal wieder auf ner Party! Hier gibts ja jeden Mittwoch "Onsdagspub" auf dem Unigelände. Eigentlich gibt es sogar fast jeden Abend in irgendeinem Gebäude der Uni eine Party (Hier hat ja jede Fakultät ihr eigenes kleines Häuschen zum Party feiern und für diverse Veranstaltungen). Mittwochs ist immer Onsdagspub im Allhuset und in der Gula Villan (Gelbes Haus) und waren wir bisher immer (also genaugenommen 2 Mal) im Allhuset, so waren wir diesen Mittwoch mal in der Gula Villan. Hier ist es um einiges gemütlicher und atmosphärischer als im größeren Allhuset. Und nicht nur die Musik war hier besser, sondern auch das Publikum: Endlich gabs mal gutaussehende langhaarige Schwedenmänner und leckere mit Käse überbackene Nachos! Hmmjam! Trotz allem kommen wir wohl langsam in das Alter wo man nicht mehr ewig lang auf Partys bleibt und man sich damit begnügt eine Party 2-3 Stündchen zu besuchen um sie dann spätestens gegen 23/24 Uhr wieder zufrieden zu verlassen. Wir werden halt auch nicht jünger (und Timo erst recht nicht)! Dafür sind wir dann nach der Party noch zu zweit in die Innenstadt (also die zentrale Fußgängerzone um T-Centralen rum) gefahren und sind durch die leeren nächtlichen Gassen geschlendert, haben Schaufenster angeguckt und über Gott und die Welt philosophiert. Ja sowas kann auch mal ganz schön sein, vor allem sind die Akzente einer Stadt in der Nacht ganz anders gesetzt und man sieht Dinge die man sonst nicht sieht oder anders wahrnimmt.

Montag, 5. Oktober 2009

Waschtag


Heute war mal wieder Waschtag. Ja in der Tat geht ein großes Stück vom Tag dabei drauf. Erst rennt man einmal hin um die Wäsche in die zwei Maschinen zu füllen, dann rennt man nach 1 Stunde erneut hin um die Sachen aus der Maschine in den Trockenschrank zu hängen und dann rennt man nochmal hin um die Sachen wieder mitzunehmen. Der Waschraum ist natürlich nicht gleich nebenan, sondern quasi am anderen Ende des Wohnheimgeländes. Und dann kommen in letzter Zeit immer wieder andere Wäschewascher dazwischen die einem das Wäsche waschen nicht gerade vereinfachen. Eigentlich fühle ich wirklich jedesmal bevor ich meine Wäsche reinstopfe die Trommel ab, um zu gucken ob da noch irgendwas drin ist was da nicht reingehört. Nur letztes Mal hab ich es vergessen und da war natürlich ausgerechnet dann ein Papierstück vom Vorwäscher drin. Du kannst dir vorstellen wie meine dunkle Wäsche danach aussah. Diesmal gabs kein Papierstück, aber dafür einen Chinesen der seine Waschzeit überzogen hat, so dass meine Maschinen noch voll waren als ich loslegen wollte und somit noch 15 Minuten warten musste. Wenigstens kam ich dann zum Wechsel in den Trockner noch gerade rechtzeitig und konnte ein Mädel daran hindern ihre Wäsche fröhlich in meinen Trockner zu stopfen. Ich frag mich wirklich wozu die Zeitpläne in die man sich zum Wäsche waschen einträgt gut sind wenn eh jeder wahlos benutzt was und wann er will.
Zum positiven Ausgleich war dann aber unser Briefkasten mit einer Postkarte aus Sydney (Australien) gefüllt. Das gibt zu dem eigentlichen BP (Briefpunkt) glatt noch einen Zusatz-BP dazu wegen dem Überraschungseffekt. Hurra 2 BP für Andre!

Sonntag, 4. Oktober 2009

Heute ist Loppis!

Bisweilen sind ja in Tyskland die Flohmärkte neben so manchen Schnäppchen schon etwas ramschig. Aber der Loppis (schwedischer Flohmarkt) den wir heute besucht haben übertrifft alles. Das war ein echtes Erlebnis, nein sogar eine Attraktion! Hier in Stockholm gibt es einen Loppis in einer Halle der jeden Tag geöffnet hat. 7 Tage die Woche, das ganze Jahr! Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Also ab in die Tunelbana und 18 Stationen weiter waren wir am Ziel angekommen. Die Leute die mit uns die Bahn verließen und sich um uns herum so tummelten ließen schon darauf schließen, dass der Loppis der Treffpunkt schlechthin für ein multikulturelles Publikum ist. Wirkliche Schweden waren hier jedenfalls die Nadel im Heuhaufen.
Kaum hatten wir die Flohmarkthalle betreten waren wir in einer anderen Welt angekommen. Nun waren wir irgendwo im fernen Ausland, zwischen Ghetto und orientalischen Basar. Rings rum waren kleine Verschläge, ähnlich wie Kellerräume eines großen Mietshauses, die für Dauerverkäufer dort zu mieten sind. In der Raummitte waren teilweise ebenfalls langfristigere Stände aufgebaut und teilweise auch 1-Tages-Stände. Manch ein Verschlag war von oben bis unter die Decke so vollgestopft - nein vollgemüllt trifft es eigentlich eher - dass man nur die Waren ganz vorn betrachten konnte. Was sich dahinter verbarg will ich gar nicht wissen, aber das wissen die Verkäufer teilweise wahrscheinlich selbst nicht mehr, weil kein Durchkommen mehr war. Dieses vollgemüllte Chaos spiegelte sich aber auch auf den freistehenden Ständen wieder. Da lagen bergeweise Trödel, Krempel und Kleidung. Wer was finden wollte musste wühlen! Aber darauf haben wir dann lieber verzichtet, wer weiss was unter manch einem Haufen zu Tage gekommen wär. Die ganze Halle war eine einzige Messiestadt. Berge an Ramsch, Kitsch und orientalischen Dingen. Die Leute die dort verkauften lebten dort schon fast. Sie haben sich dort eine eigene kleine Stadt mitten in Stockholm in einer Halle aufgebaut. Da saß eine Gruppe vor dem Fernseher, hier feilschten zwei Langbärtige um ein Möbelstück und da hinten ließ sich einer in einem der kleinen Verschläge mit der Aufschrift "Friseur" die Haare schneiden.
Ich sage dir, soviel Berge an Ramsch hast du noch nie in deinem Leben gesehen - es sei denn du hast einen Messie zum Freund. Aber das war so unglaublich, die ganzen Berge und Haufen. So einen Flohmarkt (und ich war schon auf einigen) habe ich mein Lebtag noch nie gesehen. Gefunden haben wir zwar nichts, aber gelohnt hat sich dieser Ausflug alle mal!
Leider haben wir ausgerechnet an diesem Tag den Fotoapparat, den wir sonst IMMER dabei haben zu Hause gelassen.